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Ex-Jugendarrestanstalt Friedberg: Seit fünf Jahren wird geprüft - Wie geht es weiter?

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Seit mehr als fünf Jahren stehen die Gebäude der ehemaligen Jugendarrestanstalt in Friedberg leer. Das Land prüft immer noch, was mit der Liegenschaft geschehen soll.

Vor gut vier Jahren schienen die Landesbehörden eine schnelle Lösung für das Grundstück der leerstehenden Jugendarrestanstalt (JAA) in der Frankfurter Straße zu suchen. "Die JAA soll verkauft werden. Eine Ausbietung der Liegenschaft wird derzeit vorbereitet", ließ ein Sprecher des Hessischen Immobilienmanagements die WZ im März 2014 wissen, etwa ein Jahr nach Schließung der Anstalt.

Seitdem gab es zwar Überlegungen zur Zukunft des Areals, doch geschehen ist nichts. Den heimischen FDP-Landtagsabgeordneten Jörg-Uwe Hahn (Bad Vilbel), der sich seit längerer Zeit um das Thema kümmert, bringt das Verhalten der Landesregierung auf die Palme. Der Freidemokrat hat im Landtag gerade wieder eine kleine Anfrage gestellt, die Antwort des hessischen Finanzministers Dr. Thomas Schäfer bezeichnet Hahn kurz und bündig als "Unverschämtheit".

Viele Vorschläge

Im Frühjahr 2013 hatte das Land die JAA aufgegeben und die Insassen in andere Arrestanstalten verlegt. Seitdem wird über die Zukunft des Geländes diskutiert und spekuliert. Supermarkt, Wohnbebauung, Abschiebehaftanstalt – all das war schon mal im Gespräch, konkret getan hat sich überhaupt nichts. Anlässlich des Spatenstichs für neue Studentenwohnungen in der Burg hat FDP-Mann Hahn offenbar Gerüchte aufgeschnappt, wonach auch auf dem JAA-Grundstück ein Studentenwohnheim für die THM entstehen könnte. Deshalb hat er sich mit einer entsprechenden Anfrage an das Finanzministerium gewandt.

Unter anderem wollte der Liberale wissen, wer Träger und Finanzier eines solchen Wohnheims werde soll. Die Antwort ist aus Sicht von Hahn völlig unbefriedigend. Wie es darin heißt, "wird weiterhin eine landesinterne Nachnutzung der Liegenschaft geprüft". Sollte es nicht dazu kommen, sei eine öffentliche Ausschreibung zum Verkauf des Areals vorgesehen.

Angesichts dieser Aussagen von Minister Schäfer und seiner Behörde kann Hahn nur den Kopf schütteln. Mehr als fünf Jahre sind seit der Schließung der Anstalt ins Land gegangen – und noch immer wird geprüft. Der Landtagsabgeordnete kündigt bereits seine nächste Anfrage zu diesem Thema für den September an.

Keine Erschließung, kein B-Plan

Auch der frühere Bürgermeister Michael Keller hatte einst mit schnellen Fortschritten gerechnet. Er war im März 2014 davon ausgegangen, dass das Gelände in Kürze auf den Markt kommt. Hauptproblem bei einer neuen Nutzung ist die fehlende Erschließung. Von der Frankfurter Straße aus gibt es bislang keine vernünftige Anfahrtsmöglichkeit.

Nur über das Gelände des Amtsgerichts ist die ehemalige JAA zu erreichen, was keine Lösung für die Zukunft ist. Sollte es letztlich doch zum Bau von Wohnhäusern oder eines Studentenwohnheims kommen, müsste zudem erst mal ein B-Plan aufgestellt werden. Den gibt es für das Grundstück bislang nämlich nicht.

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