200 000 Euro für Daseinsfürsorge

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Wetteraukreis (prw) Insgesamt 63 Landkreise haben sich deutschlandweit für das Modellprojekt »Smarte LandRegionen« beworben. Im Rahmen des Projekts sollen innovative, digitale Dienste erprobt werden, die aktiv zur Bewältigung der ländlichen Daseinsvorsorge beitragen. Der Wetteraukreis hat es mit seiner Projektidee in die Auswahl der letzten 22 Bewerber geschafft. Und das wird nun belohnt.

In einem Schreiben von Julia Klöckner, der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, wurde dem Wetteraukreis mitgeteilt, dass er mit einer Projektförderung von bis zu 200 000 Euro rechnen darf. »Wir sind sehr zufrieden damit, dass sich die Arbeit, die wir bisher in unsere Ideen investiert haben, im wahrsten Sinne des Wortes auszahlt«, betont Kreisbeigeordneter Matthias Walther.

Wie es nun konkret weitergeht, wird in den nächsten Wochen mit der Geschäftsstelle »Smarte.Land.Regionen« der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung besprochen. »Im Anschluss werden wir uns zusammensetzen und festlegen, wie wir die Förderung bestmöglich in unsere Digitalstrategie integrieren können«, teilte Walther weiter mit.

Mit Kreativität Fachjury überzeugt

Ende September hat eine unabhängige Fachjury alle eingereichten Projektskizzen entlang der in der Bekanntmachung aufgeführten Kriterien bewertet. Für Ministerin Julia Klöckner konnte der Wetteraukreis vor allem in puncto Kreativität überzeugen.

Die Idee der »DorfHeimat« soll den vielfältigen Schatz an kulturellem und geschichtlichem (Heimat-)Wissen, der zum Beispiel bei Dorfgemeinschaften, Heimatmuseen und Stadtarchiven bereits vorliegt, digital aufbereiten.

Für Umweltdezernent Matthias Walther ist dies in vielerlei Hinsicht wertvoll. »Ob zur Identitätsstiftung, für die Bildung in Schulen und Kitas oder auch im Rahmen unseres Tourismuskonzepts - mithilfe der Digitalisierung und durch aktive und transparente Bürgerbeteiligungen können wir die alte und spannende Geschichte der Wetterau wieder erlebbar machen und zu neuem Leben erwecken.«

In einer nächsten Idee möchte der Wetteraukreis lokale Gastronomen an die Digitalisierung heranführen. Mit der »LernBar« sollen Kompetenzen im Bereich der virtuellen Präsenz gestärkt werden. »Insbesondere das Coronavirus hat deutlich gemacht, wie wichtig es für Gastronomen ist, und wohl auch weiterhin sein wird, mithilfe digitaler Möglichkeiten von potenziellen Kundinnen und Kunden besser wahrgenommen zu werden« so Walther.

In welche Richtung es auch gehen wird - eines steht fest: der Wetteraukreis hat sich auf den Weg gemacht, die Chancen der Digitalisierung für die Verbesserung der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum anzupacken. Neben dem Ausbau eines flächendeckenden Glasfasernetzes und der Verringerung von Funklöchern soll vor allem auch eine Digitalstrategie den dafür notwendigen Rahmen setzen. »Neben konkreten Ideen für digitale Anwendungen vor Ort ist es gleichermaßen wichtig, eine strategische Grundhaltung in Sachen Digitalisierung einzunehmen«, erklärte Walther.

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