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Kraniche sind an ihren lauten Trompetenrufen zu erkennen. Dieses Bild des Vogelzugs über der Wetterau ist Bärbel Gruchalla aus Rockenberg gelungen.

Es trompetet wieder am Himmel

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Wetteraukreis (pm). In diesen Wochen ist wieder das Schauspiel ziehender Kraniche am Himmel zu sehen. Aufmerksame Naturfreunde konnten in der Wetterau bereits zahlreiche Schwärme des laut trompetenden »Glücksvogels« am Abendhimmel beobachten. Laut NABU-Landesvorsitzendem Gerhard Eppler ist in diesem Herbst mit bis zu 250 000 Vögeln an Hessens Himmel zu rechnen.

Bei günstiger Witterung gebe es oft »Massenflugtage«, an denen in kurzer Zeit viele Kraniche in die Überwinterungsgebiete ziehen.

Rast in Wetterauer Feuchtgebieten

Kraniche fliegen bevorzugt bei Hochdruckwetter, da sie dann von den östlichen Winden mitgetragen werden und dadurch Kraft sparen können. Der NABU Hessen ruft dazu auf, Kranichbeobachtungen unter www.kranich-kessen.de online zu melden. Mithilfe dieser Meldungen soll es möglich sein, eine bessere Übersicht über das Zuggeschehen und Hinweise auf Veränderungen von Flugrouten der Vögel zu erhalten.

Da sich Kraniche bei ihrem Zug an Landmarken wie Flüssen und Berggipfeln orientieren, sind sie bei ungünstiger Witterung gezwungen, eine außerplanmäßige Zwischenrast einzulegen. Feuchtgebiete in der Wetterau seien gern aufgesuchte Orte zum Ausruhen. Der NABU bittet um Rücksichtnahme: »An den Rastplätzen sollte man einen Abstand von mindestens 300 Meter einhalten, um die Kraniche nicht unnötig zu beunruhigen«, sagt Eppler. Viele Kraniche hätten bereits eine weite Flugstrecke hinter sich, wenn sie in Hessen eine Pause einlegen. »Sie brauchen Ruhe und die Gelegenheit, etwas zu fressen und wieder Kräfte zu sammeln«, erklärt der Biologe. Das Ziel der meisten Kraniche sei die spanische Extremadura, wo sie den Winter verbringen.

Fliegen in Keil-Formation

Für den Naturbeobachter sind die ziehenden Kraniche an ihrer keilförmigen Formation und den trompetenartigen Rufen zu erkennen. Die kräftigen und erfahrenen Tiere fliegen an der Spitze, dann folgen Familien mit durchschnittlich zwei Jungtieren. Bei günstigen Flugbedingungen können die bis 1,30 Meter großen Tiere ohne halt bis nach Südeuropa fliegen. Manche legen bei Wetterumschwüngen aber auch eine Rast in Hessen ein.

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