Chorgesang in Zeiten von Corona? Klar geht das, man muss nur wissen, wie. Knapp 30 Sängerinnen und Sänger trafen sich an Chr. Himmelfahrt zum Wechselgesang in den Feldern zwischen Bauernheim und Ossenheim.		FOTO: PV
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Chorgesang in Zeiten von Corona? Klar geht das, man muss nur wissen, wie. Knapp 30 Sängerinnen und Sänger trafen sich an Chr. Himmelfahrt zum Wechselgesang in den Feldern zwischen Bauernheim und Ossenheim. FOTO: PV

Erstes Wetterauer Weitsingen

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Friedberg (jw). Im Lande Coronien sind alle Musikevents abgesagt. »Das ist auch gut so, wollen wir doch alle diese bleierne Zeit überstehen«, sagt Liedermacher Martin Schnur. Nur: Alleine in den eigenen vier Wänden sitzen und vor sich hinsingen, das ist nicht schön. Mit mehr Leuten macht das viel mehr Spaß. Deshalb lud Schnur zum ersten Wetterauer Weitsingen ein.

»Es gibt Weitwurf und Weitspringen. Warum soll es nicht auch Weitsingen geben«, fragte sich Schnur. Und ganz abgesehen von der sozialen Komponente tut frische Luft Sängern und Sängerinnen einfach gut. Also verständigte der Liedermacher den Gospelchor Swinging Tones, deren Leiterin Renate Gantz-Bopp und weitere Freunde und lud an Chr. Himmelfahrt zu einem Treffen an einem Feldweg zwischen Bauernheim und Ossenheim. Von dort hatten die Sängerinnen und Sänger, die nach und nach eintrudelten, einen herrlichen Blick über die halbe Wetterau.

Alle stellten sich in großem Abstand voneinander auf (die 1,50-Meter-Regel wurde großzügig verzehnfacht). Dann gab Schnur eine kurze Tonfolge vor, die vom nächsten Sänger wiederholt wurde, bis die Melodie in Ossenheim angekommen war. »Wie schön, dass ihr gekommen seid«, sang Schnur oder auch »Mein Hut, der hat drei Ecken«. So flogen die Liedfragmente zwischen den beiden Friedberger Stadtteilen hin und her, und so manche Feldlerche dürfte sich gewundert haben, wer ihr heute dazwischenfunkt.

Das erste Wetterauer (und vermutlich auch erste weltweite) Weitsingen hat allen viel Spaß gemacht, ein schöner Spaziergang war’s auch. Es soll nicht das letzte Weitsingen gewesen sein. Schnur: »Wenn das klappt, machen wir irgendwann ein ›Weitersingen‹ und später vielleicht sogar ein ›Noch-Weiter-Singen‹.«

Für Neugierige: Auf Youtube wurde ein vierminütiges Video über das Weitsingen mit Martin Schnur hochgeladen.

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