jw_wahl_Haeuser_120521_4c
+
Weniger ein politischer als ein hygienischer Abstand: Alterspräsident Wolfgang Patzak (l.) überreicht dem alten und neuen Kreistagsvorsitzenden Armin Häuser Blumen; im Hintergrund Landrat Jan Weckler.

Wetterauer Kreistag

Erster „Wahlsieg“ für den Kreistagsvorsitzenden Armin Häuser

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
    schließen

Der Bad Nauheimer CDU-Politiker Armin Häuser bleibt Vorsitzender des Wetterauer Kreistags. Seine Wahl am Dienstagnachmittag wurde erwartet, es gab aber auch Kritik an seiner Amtsführung.

Friedberg – „Wir finden ihn gut“, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzender Michael Rückl zur erneuten Kandidatur Armin Häusers als Vorsitzender des Wetterauer Kreistags. Die Verblüffung im Auditorium löste sich auf, als Rückl ergänzte: „Und wir werden alles dafür tun, damit er nicht nach Berlin geht.“ Häuser ist auch CDU-Kandidat bei der Bundestagswahl im September. Schafft er diese Doppelbelastung (zu der es nach Meinung der Grünen aber gar nicht kommt)?

Eine Aussprache über die Wahl des Kreistagsvorsitzenden war bei der konstituierenden Sitzung des Kreistags am Dienstag in der Stadthalle Friedberg nicht eingeplant. Nachdem sich aber der AfD-Fraktionsvorsitzende Michael Kuger zu Wort gemeldet hatte, folgten auch die Vertreter der übrigen Fraktionen. Kuger beklagte sich über einen „rüden Befehlston“ Häusers und über ein „wenig respektvolles Verhalten“ gegenüber AfD-Mandatsträgern. Die AfD lehne seine Wahl daher ab.

Kreistag Wetteraukreis: CDU-Politiker Häuser strebt Doppelfunktion an

Die Expertise der übrigen Rednerinnen und Redner fiel deutlich positiver für Häuser aus. „Er vergreift sich nie im Ton und hat Humor“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Sebastian Wysocki. Jörg-Uwe Hahn (FDP) bescheinigte Häuser die nötige Gelassenheit für den Posten, und Christine Jäger (SPD) lobte die sachliche Sitzungsführung, was auch Erich Spamer (FW/UWG) bestätigte. „Dass die AfD den CDU-Kandidaten ablehnt, spricht für ihn“, sagte Gabi Faulhaber von der Linken. Häuser habe Humor, das setze „geistige Bewegung“ voraus.

Die Wahl des Kreistagsvorsitzenden wurde durch Handheben vollzogen. AfD und der Vertreter der NPD stimmten mit Nein, die übrigen Fraktionen mit Ja. „Ich bin ein Politiker und gebe meine Überzeugungen nicht an der Tür ab“, sagte Häuser nach der Wahl. Und: „Bislang habe ich meine Ämter immer bis zum Ende der Amtszeit ausgeübt.“ Ein klarer Hinweis, dass er auch dann Kreistagsvorsitzender bleiben will, wenn Häuser in den Bundestag einziehen sollte. Die einzige Alternative zu diesem Karriereschritt sei das Traineramt bei Borussia Mönchen-Gladbach. »Aber da ist mir Adi Hütter zuvorgekommen«, scherzte Häuser.

Der neue, alte Kreistagsvorsitzende im Wetteraukreis und seine Stellvertreter

Landrat Jan Weckler hatte die Sitzung eröffnet und das Wort an den Alterspräsidenten Wolfgang Patzak von der FDP weitergegeben. Patzak sprach sich gegen eine Begrenzung der Redezeit aus und streifte anschließend viele Themen. Das wichtigste in der Kommunalpolitik seien Toleranz und gegenseitige Achtung, sagte er.

Als Stellvertreter von Häuser wurden in geheimer Wahl folgende Kreistagsabgeordnete gewählt: Barbara Heinz, Dirk Vogel (beide CDU), Raimund Becker (SPD), Gerhard Salz (Grüne) und Markus Bäckel (FW/UWG).

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare