Einkaufen in Zeiten von Corona: Jens Köhler (Sport Möll) desinfiziert die Hände einer Kundin.
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Einkaufen in Zeiten von Corona: Jens Köhler (Sport Möll) desinfiziert die Hände einer Kundin.

Einkaufen mit Gesichtsmaske

Erste Bilanz positiv: Das (Geschäfts-)Leben geht weiter

  • vonHarald Schuchardt
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Nach vier Wochen Corona-Zwangspause sind die Friedberger Geschäftsleute mit der ersten Einkaufswoche mit Maske zufrieden, wie eine Umfrage auf der Kaiserstraße zeigt.

Schon lange wirbt Ralf Ramershoven, Inhaber des Porzellanhauses Frick, mit gelben Plakaten für den Einkauf in den Geschäften vor Ort. »Durch Corona hat bei den Menschen offenbar ein Umdenken stattgefunden. Viele setzen jetzt auf Regionalität, das habe ich in Gesprächen immer wieder festgestellt«, sagt Ramershoven. Er spricht von einer »großen positiven Resonanz« und hofft, »dass sich das nicht umkehrt«.

Wie in allen Geschäften informiert Ramershoven mit Aushängen über die Schutzmaßnahmen. Der Mindestabstand wird mit auf den Boden aufgeklebten Markierungen angezeigt. Desinfektionsmittel steht an der Kasse bereit, das gesamte Personal trägt Mundschutz. »Die Kunden nehmen das an, es gibt keine Probleme«, sagt Ramershoven.

Mindestabstand einhalten

Ein paar Geschäfte weiter lobt auch Beate Schmidt ihre Kundinnen: »Alle sind vorsichtiger geworden, und ab Montag wird es mit Mundschutz noch einmal etwas anders«, sagt die Geschäftsfrau, die seit 19 Jahren das Modegeschäft »Testoni« führt.

Die Kasse befindet sich im »Testoni« schon seit langem hinter einem Metallschutz. Dort wird jetzt zusätzlich auf den Mindestabstand hingewiesen. Nur der Spritzschutz im Kassenbereich fehlt noch. »Er ist schon seit längerer Zeit bestellt, doch das dauert eben«, sagt Schmidt, die sich nicht ganz sicher ist, »ob der Mundschutz wirklich so viel bringt.«

Ulf Berger von Lederwaren Steck und seine Mitarbeiterinnen tragen seit letztem Montag Mund-Nase-Schutz. Berger: »Wichtiger sind der Mindestabstand und die Zahl der Kunden.« Drei dürfen gleichzeitig in den kleinen Geschäftsraum hinein, worauf ein originelles Schild mit drei Köpfen in einem Koffer und einem grünen Haken dran hinweist.

»Das hat meine Tochter Svea gemalt«, erzählt Berger, der als Vorsitzender der Werbegemeinschaft »Friedberg hat’s" per Mail und Telefon Kontakt mit seinen Mitstreitern hält. »Alle sind eigentlich bestens informiert«, sagt Berger. Mit Umsatz und Resonanz sei er »bisher eigentlich zufrieden«. Noch etwas ist Berger aufgefallen: »Es dauert alles etwas länger, doch die Kunden bringen tatsächlich mehr Zeit mit.«

Rein geht's nur mit Sicherungsetikett

Genau 21 Kunden dürfen gleichzeitig in die Deichmann-Filiale. Dank zweier Türen wurden getrennte Ein- und Ausgangsbereiche geschaffen. Beim Betreten bekommen die Kunden ein schwarzes Sicherungsetikett ausgehändigt, das sie beim Verlassen wieder abgeben müssen. Das Sicherungsetikett wird von einem Mitarbeiter sofort desinfiziert. »Ist die Box mit den Etiketten leer, kommt niemand mehr rein,« sagt Erdal Kaya, seit acht Jahren Leiter der Friedberger Deichmann-Filiale.

Kaya musste bisher nur je einmal eine Gruppe zurückweisen und die Wartenden vor dem Geschäft auf den Mindestabstand aufmerksam machen. »Friedberger sind vernünftige Menschen, die viel Verständnis haben,« sagt Kaya. Er hat seine Aufgaben gemacht: Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben seine Sicherheitsmaßnahmen gelobt, erzählt er.

Solch ein Lob gab es auch für das Schreibwarengeschäft »König plus«, wo am Eingang ein mobiler Wasserständer steht. Mit 20 Einkaufskörben wird die Kundenzahl geregelt. »Jeder, der rein geht, nimmt einen Korb. Das klappt bestens«, sagt eine Mitarbeiterin.

Bei Sport-Möll wurde eine kleine »Empfangsstation« samt Blümchen auf dem Tisch eingerichtet. Jedem Kunden werden von einem Mitarbeiter oder von Inhaber Jens Köhler die Hände desinfiziert. »Wir lassen pro Mitarbeiter nur zwei Kunden rein«, sagt Köhler, der mit dem Umsatz »sehr zufrieden« ist. »Das lief die ganze Woche sehr gut. Die Leute machen jetzt wohl mehr Sport«, mutmaßt Köhler, der sich über eine Erfahrung besonders freut: »Kunden sagen immer wieder, wie froh sie sind, dass wir wieder da sind.«

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