»Erst denken, dann klicken«

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Wetteraukreis (pm). Bereits seit Oktober 2013 bietet die IHK Gießen-Friedberg in Kooperation mit dem Polizeipräsidium Mittelhessen die Veranstaltung »Internetprävention für Auszubildende« an. Mit großem Erfolg: Nach Auskunft des stellvertretenden Leiters des Geschäftsbereiches Aus- und Weiterbildung, Kai Schelberg, haben seit Beginn rund 1600 Auszubildende entweder im Hause der IHK oder als Inhouse-Schulung im jeweiligen Ausbildungsbetrieb daran teilgenommen.

Aufgrund der Corona-Pandemie pausierte die Veranstaltung, um Ende April mit gewohnt vielen Teilnehmern - rund 100 an zwei Terminen - erstmals online zu starten. »Die gute Beteiligung zeigt, wie wichtig es Unternehmen ist, ihre Auszubildenden für die Gefahren des Internets zu sensibilisieren«, unterstrich Schelberg, der in diesem Zusammenhang bedauerte, dass die Zahl junger Menschen, die sich für eine duale Ausbildung entscheiden, immer geringer wird.

Sicheres Passwort verwenden

Um Straftaten zu verhindern ist Aufklärung wichtig, erklärte Kriminalhauptkommissar Ulrich Kaiser vom Polizeipräsidium Mittelhessen. Und: Wer sich im Netz bewegt und dabei einige Verhaltensweisen beachtet, kann es sicher für sich nutzen. Zunächst erklärte Kaiser den Sicherheitskompass von Polizei und Bundesamt für Sicherheit (BSI), der die wichtigsten Regeln für eine sichere Internetnutzung aufzeigt und helfen soll, die zehn häufigsten Sicherheitsrisiken zu erkennen und sich rechtzeitig vor Problemen zu schützen.

Als erstes gelte es, ein sicheres Passwort zu verwenden, das sich idealerweise aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Zahlen und Sonderzeichen zusammensetze. Man könne sich aber auch einen Satz wie beispielsweise »Im Sommer 2020 werde ich viel Eis mit Sahne essen« ausdenken und aus den Anfangsbuchstaben der Worte sein Passwort zusammensetzen. In diesem Falle laute es IS2wivEmSe.

Weitere Regeln: die Rechte der PC-Mitbenutzer einschränken, regelmäßige Updates durchführen sowie mit Firewalls und Virenschutz arbeiten, »denn jedes Schutzprogramm ist besser als keins«.

Darüber hinaus riet der Experte, mit E-Mails und Anhängen sowie Nachrichten in sozialen Netzwerken sorgsam umzugehen und die Sicherheit des Browsers zu erhöhen. Außerdem sei beim Downloaden von Software immer Vorsicht angesagt. »Sichern Sie Ihre drahtlosen Verbindungen und benutzen Sie nie voreingestellte Passworte«, riet er. Alles was bequem ist, birgt auch Gefahren. Abschließend gelte es die Hardware vor Diebstahl und unbefugtem Zugriff zu schützen. Im Verdachtsfall sei es wichtig, sich sofort an die Polizei zu wenden.

»Erst denken, dann klicken«, laute die Devise bei eingehenden E-Mails mit Anhang. Kenne ich den Absender? Macht der Betreff Sinn? Erwarte ich einen Anhang vom Absender? Ziel der sogenannten Phishing-Mails sei es, den Empfänger zur Ausführung einer schädlichen Aktion zu bewegen und somit an persönliche Daten des Internetnutzers zu gelangen. Damit könne dann beispielsweise eine Schadsoftware installiert werden oder ein Identitätsdiebstahl erfolgen. Ein aktuelles Problem sind sogenannte Paket-SMS. Dabei werden SMS verschickt, in denen der Nutzer darum gebeten wird, einen Link anzuklicken, um beispielsweise ein Paket zu erhalten. Der Link enthält den Aufruf, Software zu installieren. Wenn dies geschieht, verteilt sich die SMS wie ein Schneeballsystem und installiert Schadsoftware, erklärte der Experte.

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