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Endlich in Betrieb genommen: Ortsvorsteher Peter Haas (l.), Erste Stadträtin Marion Götz (4. v. r.), die Mitglieder des Ortsbeirats, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und ein Anwohner freuen sich über das Blitzgerät.

Verkehrsberuhigung in Ossenheim

Neuer Blitzer in Friedberg geht in Betrieb – Gerät soll Raser ausbremsen

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
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Wer zu schnell fährt, wird zur Kasse gebeten: Das gilt ab sofort in der Ossenheimer Ortsdurchfahrt. Friedbergs Erste Stadträtin Marion Götz (SPD) nahm am Donnerstag den neuen Blitzer in Betrieb.

Friedberg – Die graue Säule steht schon seit einigen Wochen auf einem der Parkplätze vor der Ossenheimer Grundschule in Friedberg. Sie konnte aber noch nicht in Betrieb genommen werden. Stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen sind hochsensible Geräte. Die Eichbehörde hatte Probleme, den Messwinkel exakt einzustellen. Der Blitzer hat aber, wie Ortsvorsteher Peter Haas (SPD) bei der Inbetriebnahme mit Schmunzeln sagte, »trotzdem schon seine Wirkung gezeigt«. Fällt er Autofahrern in den Blick, gehen diese automatisch aufs Eisen.

Die Ossenheimer Ortsdurchfahrt ist im Zuge der B 275 eine stark befahrene Durchgangsstraße (was, wie neulich zu beobachten war, selbst dann gilt, wenn sie eigentlich gesperrt ist). Der Ortsbeirat fordert schon seit zwei Jahrzehnten, die Bürger müssten besser vor Rasern geschützt werden. Immer wieder wurden Anträge gestellt, aber es geschah nichts. Haas dankte ausdrücklich der Ersten Stadträtin Marion Götz für deren Einsatz und Ausdauer. Mit ihrem Amtsantritt im Sommer 2018 habe sie sich der Sache angenommen, bestätigte Götz. Mit »systematischem Vorgehen und konsequentem Dranbleiben bei allen Ämtern« habe sie mit ihrem Team »dicke Bretter« gebohrt. Und Ergebnisse vorgelegt. Seit Mai 2020 gilt vor der Grundschule rund um die Uhr Tempo 30. Im September drauf wurden zum Schutz der Fußgänger auf dem Gehweg mit Ketten verbundene Poller angebracht und eine Geschwindigkeitsmessanlage installiert. Und nun, als »finaler Akt« (Götz), folgte die Inbetriebnahme des Blitzgeräts.

Neuer Blitzer in Friedberg: Aufwendiges Antragsverfahren

Voraussetzung hierfür sei ein aufwendiges Antrags- und Genehmigungsverfahren gewesen, sagte Götz. Der Verkehr in der Ortsdurchfahrt wurde gezählt, die Hessische Polizeiakademie musste ihr Okay geben. »Alternativ zur stationären Messanlage haben wir auch die Aufstellung eines Enforcement-Trailers, einer fahrbaren Messanlage, geprüft. Diese ist aber aufgrund der Platzverhältnisse in Ossenheim ausgeschieden«, erläuterte die Erste Stadträtin. Schlielich wurde die stationäre Messanlage der Firma VDS Verkehrstechnik vor der Schule aufgestellt und vom Eichamt abgenommen.

Technisch funktioniert die Radaranlage nach dem Prinzip der Weg-Zeit-Messung. Dabei wird sowohl das Tempo des Verkehrsfahrzeugs als auch dessen Entfernung zum Blitzgerät gemessen. Die Fotos der modernen Anlage werden nicht mehr auf einem herkömmlichen Film gespeichert, sondern als digitale Bilddateien auf einem winzigen Chip, der von außen nicht zugänglich ist.

Daumen hoch für neuen Blitzer in Friedberg

Während der kurzen Zusammenkunft von Ortsbeirat und Stadtverwaltung am Donnerstagnachmittag wurde noch niemand geblitzt. Die vorbeifahrenden Autos rollten gemächlich vorrüber, und auch zwei Radfahrerinnen vermochten es nicht, das erste Knöllchen zu ergattern. Ein Autofahrer mit Darmstädter Kennzeichen winkte den Kommunalpolitikern freundlich zu und zeigte den Daumen hoch. Schließlich sind nicht alle Autofahrer auch gleichzeitig Raser.

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