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»Stirling Bridge« spielen einen bunten Mix aus irischer und schottischer Musik der vergangenen 100 Jahre.

Erinnerungen an Insel der Hoffnung

  • VonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Mit einem Open-Air-Konzert auf dem Außengelände des Junity am Freitagabend und einem Tanzworkshop am Samstagnachmittag im Junity beteiligte sich die »Friedberger Gesellschaft zur Förderung deutsch-irischer Verständigung« an den derzeit laufenden Interkulturellen Wochen des Wetteraukreises.

Für die »Deutsch-Iren«, wie die Gesellschaft kurz genannt wird, war es die erste Veranstaltung seit Beginn der Corona-Pandemie. »Es ist schön, euch alle wiederzusehen«, begrüßte Karl Buxmann, seit Gründung der »ehrenwerten Gesellschaft« vor 44 Jahren deren Präsident, die Besucher und die vierköpfige Band »Stirling Bridge«, die eigentlich schon im letzten Jahr aufspielen sollte.

Für Interkulturelle Wochen

»Nun endlich ist es so weit«, freute sich »Mr. President« ebenso wie Johannes »Jo« Meiser, der Kopf der Band. Zusammen mit Schlagzeuger Max Pfreiner war der Ober-Mörlener vor der Pandemie als Duo »Jo & Max« zu Gast bei den Deutsch-Iren.

»Wir wollten vor drei Jahren eine CD aufnehmen, suchten Mitmusiker und so entstand Stirling Bridge«, erzählt der hervorragende Sänger und Gitarrist, nach dem die Band mit »I’m ready for the Song« des schottischen Folkmusikers und Komponisten Daugie Maclean das Publikum musikalisch begrüßt hatte.

»Wir spielen einen kunterbunten Mix aus irischer und schottischer Musik der letzten 100 Jahre«, erläutert Jo Meiser. Diese Mischung von traditionellen irischen Liedern bis hin zu Pophits kam bei den Besuchern bestens an, zumal das Quartett ein ums andere Mal mit seinen ausgefeilten Arrangements ebenso überraschte, wie mit wechselnder Instrumentierung und bis zu dreistimmigem harmonischem Gesang.

So tauschte Gitarrist Johannes Napp nicht nur E- und Akustikgitarre, auch als exzellenter Banjospieler überzeugte das Multitalent, das auch schon einmal den Platz von Lioba Schmukat am E-Piano übernahm, während diese als Whistle-Spielerin überzeugte.

Vom Schlagzeug zur Flöte wechselte hin und wieder Schlagzeuger Max Pfreiner bei ruhigeren, traditionellen Songs. Das war so ganz nach dem Geschmack der Besucher, die bei bekannten Hits wie »Marys Prayer« von Danny Wilson ebenso lautstark mitsangen wie beim Rockklassiker »I’m Gonna be (500 Miles) von den Proclaimers, der in der Version von Stirling Bridge zum Folk-Rock-Song wurde.

Gleiches trifft auf den Cranberries-Klassiker »Zombie« zu. »Wir spielen alles, was uns aus diesem Kulturkreis gefällt«, sagt Jo Meiser und das gefiel der Zuhörerschaft mindestens genauso gut.

Nicht fehlen im Programm durften Traditionals wie »Black Velvet Band«, »The Star of County Dawn oder »Whiskey in the Jar«. Die Irlandfans sangen lautstark und textsicher mit, was Jo so kommentierte: »Wir spielen heute vor einem Fachpublikum.« Einige kannten auch »Ireland’s Call« von »Celtic Thunder«. Es ist die »Nationalhymne« der irischen Rugby-Nationalmannschaft, dem einzigen Sportteam, in dem Nordiren und Iren gemeinsam spielen.

Bis heute aktuell ist der Song »Isle of Hope«, der Titelsong der CD von Stirling Bridge. Darin wird die Not aber auch die Hoffnung der irischen Flüchtlinge Ende des 19. Jahrhunderts thematisiert. Die Insel der Hoffnung war damals für viele Auswanderer Ellis Island im Hafen von New York City, zu jener Zeit das größte Einwanderungszentrum Amerikas.

Trotz kühler Temperaturen konnten die Fans nicht genug von der tollen Musik der Band bekommen und erklatschten sich schließlich einen ganzen Zugabeblock.

Am Samstagnachmittag ging es dann im Saal des Junity weiter mit einem kostenlosen Tanzworkshop. Geleitet wurde der Kurs von Natalie Westerdale, der Leiterin der »Fiddle and Feet School of Dancing« in Wiesbaden. Als Senior Instructor der Irish National Folk Company leitet die gefragte Tänzerin die Ausbildung von Irish Dance Lehrern. Außerdem ist Westerdale eine sehr gefragte Tänzerin bei vielen Irish Folk Veranstaltungen.

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