agl_har_Moria_Bilanz_1_0_4c
+
In Griechenland wird ein voller Lastwagen mit Hilfsgütern entladen.

Erfolg für die jungen Helfer aus Friedberg

  • vonHarald Schuchardt
    schließen

Friedberg (har). Geldspenden in Höhe von aktuell gut 77 000 Euro und eine ganze Reihe von Sachspenden - das ist die Zwischenbilanz der Aktion »#StayWithMoria«, die im November gestartet worden ist. Initiatoren waren die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses »Politik-Wirtschaft« - kurz »Powi-LK« - der Jahrgangsstufe 13 des Burggymnasiums (die WZ berichtete).

Deren Lehrer Mathias Schäfer wurde zum Leiter des Projekts, dessen Erfolg so vermutlich niemand vorausgesagt hätte. Nicht zuletzt durch die Berichterstattung in dieser Zeitung wurden andere Medien wie der Hessische Rundfunk, aber auch viele Schulen, Firmen, Institutionen und Privatpersonen auf die Aktion in der Vorweihnachtszeit aufmerksam, erläutert Schäfer, der sich freut, dass immer noch Spenden auf das Konto eingehen.

»Wir wollen bis Ostern einen dritten Lkw nach Griechenland schicken«, kündigt er sodann an. Schäfer lobt die Zusammenarbeit mit der in Gießen ansässigen internationalen Hilfsorganisation »Global Aid Network (GAiN)« . Diese hatte die beiden Transporte vor Weihnachten nach Griechenland organisiert und durchgeführt. Die Helfer erlebten sowohl in Athen, als auch in Kara Tepe, dem Nachfolgelager von Moria auf Lesbos, eine Dankeswelle. »Es flossen Freudentränen, und das mitten in dem ganzen Elend« sagt Schäfer, der Videos und jede Menge Dankesbotschaften erhalten hat. »Leider dürfen wir keine Bilder mit den Kindern veröffentlichen. Die haben sich über die Geschenkpakete unglaublich gefreut.« Der Oberstudienrat plant mit seiner Gruppe einen großen öffentlichen Dokumentationsabend - »sobald dies Corona zulässt«.

Beeindruckend ist die Anzahl der von den Spenden gekauften Hygienemittel und zum Überleben wichtigen Dinge, die in Griechenland verteilt worden sind. Die Aufzählung ist lang und beginnt bei 365 Isomatten und 690 Decken, geht weiter über 1042 Handtücher, 1430 Stück Seife und knapp 6000 Zahn- und Kinderzahnbürsten und reicht bis zu 2972 Tuben Zahnpasta und 1547 Masken.

Zu den eingegangenen Sachspenden gehören 259 Hygiene-Sets, 218 Baby-Aid-Sets, 394 Duschtücher und knapp 1000 Geschenkpäckchen sowie 96 Benzin-Spenden. Von den Geldspenden wurden vor Ort Lebensmittel im Gesamtwert von 10 000 Euro gekauft und verteilt.

Für Frühsommer Fahrt geplant

Gerade ist eine 10 000-Euro-Spende an das »Fiona Project Armonia« mit Sitz im schweizerischen Winterthur überwiesen worden. Auf Samos kochen zwei Schweizerinnen und eine Engländerin zusammen mit 40 Geflüchteten täglich bis zu 1000 gesunde und nahrhafte Mahlzeiten für die Flüchtlingsfamilien. »Wir sind da jetzt offizielle Partner«, freut sich Schäfer. »Wir sind alle total glücklich über dieses Ergebnis. Ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich auf meine Schülerinnen und Schüler bin und auch wie dankbar für die Unterstützung durch meine Frau Sabine und meine Schwester Claudia.«

Schäfer hofft, dass die für den Frühsommer geplante Fahrt mit der Gruppe nach Griechenland stattfinden kann. Es soll jedoch keine touristische Reise werden. Schäfer: »Wir wollen vor Ort helfen, um so zu Zeitzeugen und zu Multiplikatoren, auch für andere Schülerinnen und Schüler, zu werden.«

Weitere Infos, einschließlich Spendenkonto, gibt es auf der Internetseite www.staywithmoria.de, die weiterhin freigeschaltet ist und immer wieder aktualisiert wird. Die Geldspenden werden vom Verein ehemaliger Burgschüler des Burggymnasiums zweckgebunden für die Aktion verwaltet. Auf Wunsch werden entsprechende Spendenquittungen ausgestellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare