Sitzordnung wie in der Schule - die Ockstädter Vereinsvertreter während der außerordentlichen Sitzung.	FOTO: MIRKO EWALD
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Sitzordnung wie in der Schule - die Ockstädter Vereinsvertreter während der außerordentlichen Sitzung. FOTO: MIRKO EWALD

Enttäuschung und Druck bei Vereinen

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Friedberg-Ockstadt (pm) Der vor 48 Jahren gegründeten Ockstädter Arbeitsgemeinschaft (ARGE) gehören die 16 Ortsvereine und die beiden Kirchengemeinden an. Bedingt durch die Corona-Krise, in der praktisch alle Vereinstätigkeiten seit Monaten ruhen, hatte ARGE-Vorsitzender Oswald Jung alle Vereinsvertreter zu einer Zusammenkunft im Bürgerhaus eingeladen.

Drei Jahre Planung sind Makulatur

Es wurde deutlich, dass alle Vereine von der Krise betroffen sind - besonders hart die beiden Gesangvereine und der Sportverein. Mirko Ewald, Vorsitzender des SV Germania; berichtete vom Schock, als man die Veranstaltungen zum 100-jährigen Jubiläum Anfang April hatte absagen müssen. Drei Jahre Planung waren von heute auf morgen Makulatur. Das Fest soll 2021 nicht nachgefeiert werden, eventuell - je nach Lage - das Spiel der Traditionsmannschaft der Frankfurter Eintracht vielleicht im April. Erfreulich ist, dass langsam der Trainingsbetrieb hochgefahren werden kann.

Auch Eric Maßholder vom Musikzug des Gesangvereins Frohsinn berichtete von der schweren Entscheidung, als die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehens des Musikzuges über Fronleichnam hatten abgesagt werden müssen. Dieses Jubiläum soll im kleinen Rahmen über Fronleichnam 2021 nachgefeiert werden - wenn es die Lage zulässt. Erfreulich ist, dass der Musikzug derzeit in kleiner Besetzung - mit dem geforderten Mindestabstand - seine Übungsstunden im Freien abhalten kann.

Große Probleme gibt es aber auch hier mit dem Probenbetrieb der Chöre, wo ein Notplan erstellt werden soll. Auch dem Gesangverein Eintracht brechen die Einnahmen weg.

Erfolg bei der Hollarkapelle

Vorsitzender Jochen Albrecht berichtete vom Ausfall des Sommerkonzerts, der abgesagten Kerbveranstaltung mit dem großen Chortreffen und vom Wegfall des Adventskonzertes. Auch Fasching 2021 hat man praktisch schon abgeschrieben. Am Kerbsonntag will man wenigstens Kuchen zum Verkauf anbieten. Positiv wurde hier von den Vereinsmitgliedern das Bittschreiben des Vorstands angenommen, in dem um finanzielle Zuwendungen gebeten wurde.

Heiko Schuck vom Förderverein Hollarkapelle Kultur zeigte ganz klar auf, dass diese Corona-Krise nicht jeden Verein so hart trifft. Auch bei ihnen mussten die kulturellen Veranstaltungen abgesagt werden, jedoch ergriff der Vorstand entsprechende Initiative und bietet nun sonntags von 14 bis 16 Uhr bei schönem Wetter an, die Kapelle zu besichtigen - unter Beachtung der Hygienevorschriften. Bis zu 40 Besucher werden gezählt.

Franz Reimche, Vorsitzender des Hundesportvereins, berichtete, dass man sofort bei Ausbruch der Epidemie das Vereinsheim geschlossen habe, dass aber der Übungs- und Trainingsbetrieb mit den Hunden derzeit gut laufe. Auch wies er als Rechtsexperte auf die Möglichkeiten hin, noch nicht durchgeführte Jahreshauptversammlungen erst im nächsten Jahr zu veranstalten, wobei hier allerdings entscheidend sei, was in der Vereinssatzung stehe.

Jürgen Klein von der katholischen Pfarrgemeinde berichtet, dass auch das Pfarrfest abgesagt werden musste, und wies die beiden Gesangvereine darauf hin, dass Gesangsproben in der Kirche wegen der Aerosole nicht stattfinden dürften. Das Mieten des Jugendheimes sei wegen der Vorschriften schwierig.

Schwimmbad-Start mit Auflagen

Petra Rogalla, als Vertreterin des Schwimmbadvereins sprach über die Schwimmbad-Öffnung am 4. Juli - unter strengen Auflagen und im Schichtbetrieb für maximal 150 Badegäste. Da für die Dauer der Badesaison viele Helfer benötigt werden, boten die Vereinsvertreter die Hilfe ihrer Mitglieder an. Der Triathlon, verbunden mit dem Schwimmbadfest, musste abgesagt werden.

Auch der Schützenverein Diana hatte seine Veranstaltung zum 100-jährigen Bestehen abgesagt, wolle 2021 das Jubiläum klein nachfeiern, erläuterte Winfried Rohde .

Es war eine fruchtbare Aussprache unter den Vereinsvertretern und alle bedankten sich bei Oswald Jung für die Moderation. Im November will man sich wieder zur normalen ARGE-Sitzung treffen. Eines zeigte diese Sitzung ganz deutlich: In dieser Situation halten die Vereine untereinander noch stärker zusammen.

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