Entlastung für Fachdienste

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Wetteraukreis(prw) Die Kreisverwaltung ist der größte öffentliche Auftraggeber im Wetteraukreis. Mindestens 400 öffentliche Aufträge mit einem jeweiligen Volumen von über 10 000 Euro pro Projekt werden jährlich vergeben. Menge. Rechtliche Vorgaben und damit die Komplexität steigen.

"Auch die Verwaltung muss sich auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen. Seit 1. September gibt es daher eine Fachstelle für dieses immer komplizierter werdende Thema", erklärt Landrat Jan Weckler. Leiterin der neu eingesetzten Zentralen Vergabestelle ist die Volljuristin Tatjana Schneider.

Damit öffentliche Mittel sparsam und wirtschaftlich verwendet werden, unterliegen Verträge über Liefer-, Dienst- und Bauleistungen zwischen Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern dem Vergaberecht.

Zunehmende Digitalisierung

Öffentliche Auftraggeber in einer dem Wetteraukreis vergleichbaren Größe haben häufig eine zentrale Vergabestelle. Die Zentrale Vergabestelle des Wetteraukreises berät künftig vergabe- und vertragsrechtlich, organisiert die Vergabeverfahren, führt sie formal durch und entlastet damit die Fachdienste und Fachstellen, die Aufträge zu vergeben haben.

Die Pflicht zur europaweiten Vergabe von Aufträgen sowie die zunehmende Digitalisierung der Prozesse, die weiter ausgedehnt werden wird, erfordern solide Kenntnisse der eVergabe-Plattformen und profundes vergaberechtliches Wissen, um Verfahren rechtssicher durchführen zu können.

"Die Bildung einer eigenen Zentralen Vergabestelle ist notwendig, weil durch Änderungen im Vergaberecht die rechtlichen Anforderungen gestiegen sind. Gleichzeitig werden die Vergabeverfahren zunehmend komplexer. Dazu zählen auch Vergaben, bei denen Fördermittel zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel die Programme KIP I und II oder die Hessenkasse", erläutert Landrat Weckler. Hinzu kommt der demografische Wandel: Erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen in den Ruhestand.

Die Zentrale Stelle führt künftig sämtliche Vergabeverfahren ab einem geschätzten Auftragswert von 10 000 Euro netto rechtlich, organisatorisch und operativ durch. Fachliche Fragen und Entscheidungen trifft die jeweilige Facheinheit. Sie ermittelt den Bedarf, erstellt die Leistungsbeschreibung, definiert die Eignungs- und Zuschlagskriterien.

Vergabeprozesse professionalisiert

Die Facheinheiten müssen somit in Zukunft das vergaberechtliche Know-how nicht mehr dezentral an vielen einzelnen Stellen vorhalten. Damit ist die Zentrale Stelle eine dienstleistende Servicestelle, die in vergaberechtlicher Hinsicht umfassend aktiv unterstützt und den Prozess professionalisiert.

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