Engagement und Premieren

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Wetteraukreis (pm). Spätestens ab 2030 teilen sich die derzeit knapp 50 000 Katholiken im Dekanat Wetterau-West statt der bisher 23 Gemeinden auf drei Pfarreien auf. Eine große Herausfoderung. Doch: Diese Zukunft hat schon begonnen, denn es gab bereits erste gemeindeübergreifende Wortgottesdienste in den größeren Einheiten. »Das waren Premieren der ganz besonderen Art« betont Dekanatsreferent Andreas Münster,

Der »Pastorale Weg« entstand im Bistum Mainz auf Initiative von Bischof Peter Kohlgraf. Er steht unter dem Leitwort »Eine Kirche, die teilt«. Nicht weniger als die Entwicklung eines Pastoralkonzepts unter dem Leitmotto »Wie wollen und können wir heute und 2030 unser Christsein leben?« legt Kohlgraf in die Hände der Katholiken, die sich in der Wetterau engagieren. Und die haben die Herausforderung angenommen: Nachdem man zunächst die künftigen Pfarreistrukturen bestimmt hatte, startete Ende 2020 die Arbeit an den Inhalten. In je drei Teilprojektteams entwickeln Vertreter aus den aktuellen Gemeinden im Rahmen ihrer künftigen Pfarreistruktur pastorale, liturgische und diakonische Konzepte für ihre Zukunft im pastoralen Raum.

Unterstützung kommt vom 15-köpfigen Dekanatsprojektteam sowie von Arbeitsgruppen zur Kommunikation und zum Austausch von innovativen Ideen. Einen grundlegenden Beitrag zu den Arbeiten an den Pastoralkonzepten für die drei Pfarreien leistete die Arbeitsgruppe »Interview«. Die Ergebnisse des Projekts liefern wertvolle Informationen insbesondere zu Meinungen und Wünschen der Katholiken für die Zukunft ihrer Kirche.

»Ich freue mich sehr über die Zahl und Bandbreite der Engagierten«, sagt Münster. Da sei alles: »Vom 78-jährigen Bundesverdienstkreuzträger, der sich irgendwie schon immer engagiert hat, bis zu Anfang 20-Jährigen, die etwas für die Zukunft tun wollen. Vom Pastoralreferenten, der schon seit 1989 im Dekanat hauptamtlich wirkt, bis zur Frau und Mutter, die erst vor zweieinhalb Jahren getauft wurde.« Rund 130 Personen hätten auf dem Pastoralen Weg viel Zeit für die Zukunft der Kirche vor Ort investiert.

Über Ärger und gute Stimmung

Die Beteiligten der Teilprojektteams berichten laut Münster von konstruktiver und intensiver Arbeit. »Zwar ärgert man sich auch mal und es geht nicht so richtig voran, aber man rauft sich zusammen und ist beim nächsten Mal von der guten Stimmung überrascht, die entsteht, wenn Menschen, die sich vorher nicht kannten, auf einmal für ein gemeinsames Ziel unterwegs sind.« Selbst wenn man sich bisher nur über Videokonferenzen kennenlernen konnte.

Dekan Stefan Wanske sagt dazu: »Da ist eine große Freude am gemeinsamen Arbeiten.« Er fügt augenzwinkernd hinzu »Man wüsste ja gar nicht wohin mit all der Euphorie, wenn das Ganze in Präsenz stattfinden würde.«

Die künftige Pfarrei »Nord« besteht aus Butzbach, Münzenberg, Rockenberg, Ober-Mörlen und Bad Nauheim; die künftige Pfarrei »Mitte« aus Friedberg, Wöllstadt, Rosbach, Karben, Reichelsheim, Niddatal und weiteren einzelnen Ortschaften anderer Kommunen. Die künftige Pfarrei »Süd« hat Bad Vilbel sowie die Frankfurter und Bad Homburger Stadtteile Harheim, Nieder-Eschbach, Nieder-Erlenbach, Ober-Erlenbach, Ober-Eschbach sowie Burgholzhausen (Friedrichsdorf).

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