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Besuch bei Suntec: Grünen-Bundestagskandidatin Michaela Colletti und Unternehmensvertreter sind sich einig, dass die Energieversorgung dezentraler werden muss.

Energieautarkie immer wichtiger

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Friedberg (pm). »Welche Erwartungen haben Sie an die Politik und insbesondere an eine neue Bundesregierung?«, fragte Michaela Colletti, Direktkandidatin der Grünen im Wetteraukreis, den Vertriebsleiter Yves Léonard und Geschäftsführer Alexander Klug der Suntec Energiesysteme GmbH. Seit 2003 plant, errichtet und wartet das Friedberger Unternehmen Fotovoltaikanlagen.

Kunden sind Hausbesitzer, Unternehmen und Kommunen.

Solarenergie sei ein wichtiger Baustein, um die Energiewende zu erreichen, und die Nachfrage sei enorm, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen. »Aus unserer Sicht ist ein Förderprogramm nicht zwingend notwendig. Privatleute und Unternehmen fragen zunehmend nach unseren Lösungen, wie zum Beispiel Aufdachanlagen, Ladestationen für Elektroautos und Klimaanlagen«, erklärt Léonard.

Schwierigere Lage für Vermieter

Achim Parbel, Vorstand für den Bereich Technik bei der Mittelhessischen Energiegenossenschaft eG (MiEG,) ergänzt: »Für viele Menschen wird die Energieautarkie immer wichtiger. Sich mit eigenem Strom versorgen zu können gibt Sicherheit. Die Tatsache, dass dieser dann auch klimaneutral erzeugt wird, verstärkt die positive Wirkung.«

Schwierig gestalte sich allerdings die Lage für Vermieter, weshalb das erhebliche Potenzial der Dachflächen von Mietshäusern nicht ausgeschöpft werde. »Das Abrechnungsprozedere zwischen Vermietern und Mietern ist zu kompliziert. Der Vermieter muss ein Gewerbe anmelden, zugleich kann man die Mieter nicht verpflichten, den erzeugten Strom abzunehmen«, erklärt Klug. Die Politik müsse sich dafür einsetzen, dass die Energieversorgung dezentraler wird und viele kleine Erzeuger unkompliziert Strom ins Netz einspeisen und sich damit auch gegenseitig versorgen können.

»Eine dezentrale Stromversorgung bietet für die Verbraucher und Verbraucherinnen große Vorteile, ist gut für die Umwelt und damit umweltpolitisch wünschenswert«, bestätigt Colletti. Bislang werde bei den politischen Entscheidungen zu sehr auf die Bedürfnisse der großen Energieversorger geachtet.

»Die große Koalition hat in dieser Hinsicht nichts bewegt«, fasst Colletti zusammen. Pascal Miller, Stadtverordneter der Grünen in Friedberg, ergänzt: »Es wird deutlich, dass vieles, was SPD und CDU im Wahlkampf versprechen, schon längst hätte umgesetzt werden können. Die Parteien geben vor, die Klimakrise bekämpfen zu wollen. In Wahrheit haben sie aber nahezu alle Anträge der Grünen in diese Richtung, auch auf Kreis- und Kommunalebene, abgelehnt.«

Suntecs Botschaft an die politischen Vertreter: »Auf Kommunalebene könnte sehr viel mehr für Fotovoltaik getan werden. Die Stadt Friedberg und auch der Kreis haben viele große Dachflächen, die zur Stromerzeugung genutzt werden könnten, am besten in Kombination mit Ladestationen. Aber gerade hier in Friedberg geschieht in dieser Hinsicht wenig«, führt Léonard aus.

Die Grünen-Direktkandidatin, Michaela Colletti, stellt Fragen zur Ausbildung und Verfügbarkeit des Fachpersonals. Auch wenn Suntec derzeit alle Stellen besetzt habe, sei die Lage für die Branche auf dem Arbeitsmarkt alles andere als sonnig, so Parbel. »Die MiEG könnte viel mehr Projekte umsetzen, aber es mangelt an Technikern und Technikerinnen.«

Qualifiziertes Personal zu finden oder Ausbildungsplätze zu besetzen, gestalte sich schwierig. Wegen des unsicheren Aufenthaltsstatus von Geflüchteten komme es leider auch nicht zum Abschluss von Arbeitsverträgen mit dieser Bewerbergruppe. »Das ist bedauerlich, denn wir hatten bereits motivierte und geeignete Praktikanten und Praktikantinnen, denen wir gerne ein Angebot gemacht hätten«, ergänzt Léonard.

»Es gibt viel zu tun. Es wird Zeit für einen Regierungswechsel. Die anderen Parteien können sich zwar einen grünen Anstrich geben, doch das Original sind und bleiben wir GRÜNE«, fasst Colletti zusammen.

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