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»Just sing it!«: Das ist das Motto der beiden Konzerte des Regenbogenchors Bad Nauheim im Theater Altes Hallenbad in Friedberg. Nach langer Pause sind die Sängerinnen und Sänger erstmals wieder vor Publikum aufgetreten.

Endlich wieder singend auf der Bühne

  • VonChristine Fauerbach
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Friedberg (cf). Nach 21 langen Monaten mit Proben- und Auftrittsverboten endete am Wahlsonntag für den gemischten Regenbogenchor Bad Nauheim die längste Durststrecke in der Vereinsgeschichte. Mit zwei Konzerten tauchten die Sängerinnen und Sänger mit Chorleiter Michael Weber getreu des Mottos »Just sing it!« im Theater Altes Hallenbad ein in ein Meer aus Tönen, Klängen, Harmonien und Melodien.

Und badeten im Applaus des Publikums.

»Hier in diesem Hause vor langer Zeit um 1910 konnten viele Bürger Friedbergs ins warme Wasser geh’n«, singt der Regenbogenchor. Der Liedtext zur bekannten Melodie stammt aus der Feder von Sänger Wolfgang Diny. Dieser Song erklingt am Wahlsonntag als eine von zwei stürmisch herbeigeklatschten Zugaben der beiden Konzerte »Just sing it!« im Theater Altes Hallenbad.

Hommage ans Hallenbad

Die Hommage an das 1909 errichtete Gebäude in dem die Gäste »Spielen gehen, Freunde sehen und Schwimmen gehen« konnten, kommt bei den Besuchern bestens an. Passend dazu verriet ein Sänger den Konzertbesuchern: »Wir Tenöre baden im Klangteppich, den der Bass uns gibt!« Das war bei der Mouth-Percussion »Rama Lama Ding Dong« von Georges Jones, der Fall.

Die bekannteste Version des Liedes lieferte die US-amerikanische Musikgruppe »The Edsels« 1958 mit ihrem gleichnamigen Doo-Wop-Song. Bereits das 500 Jahre alte Lied »Im Bad« von Ludwig Senfl erinnerte an die ursprüngliche Funktion des Theaters. Nach 21 Monaten Pause ließen die Sängerinnen und Sänger ihrer Freude am gemeinsamen Singen vor Publikum freien Lauf. Mit den 17 unterschiedlichen Titeln des Repertoires verleiht der Regenbogenchor Bad Nauheim großen Gefühlen getreu des Konzerttitels Stimme und Klang. Das Tagesmotto vereint viele Wünsche und Gefühle. Der 1986 gegründete Regenbogenchor singt von Fernweh, wie in Felix Mendelssohns »Ferne« beschrieben, von der Sehnsucht nach Frieden »Shalom aleichem«, Liebe »Killing me softly« von Charles Fox und Freude wie im Traditional »Un poquito cantas«, aber auch von Trauer und Verlust wie im Traditional »The Oak and the Ash« zu hören ist.

Der Sehnsucht nach Regen verleiht der Larry Stallings-Song »You make it rain for me« Ausdruck, während Clarence Bassett in »Trickle, trickle« der Bitte, es möge aufhören zu regnen, nachkommt.

Ambitionierter Chorleiter

Ermöglicht hat das umfangreiche Konzertrepertoire trotz eingeschränktem Probenbetrieb in der Pandemie, ihr ambitionierter Chorleiter Michael Weber. In vielen Stunden probte er mit dem in kleinen Gruppen unterteilten Chor oder Videokonferenzen das Konzertprogramm ein. Das konnte sich hören lassen und traf voll den Geschmack der Besucher. Alle Lieder mit Klangbildern aus mehreren Jahrhunderten vereinte die Botschaft, für einen Aufbruch in normale, gesunde und fröhliche Zeiten zu werben. Zu den aufmunternden, gute Stimmung, Freude und Hoffnung bereitenden Liedern gehörten so unterschiedliche Werke wie »Come away« von John Dowland, »Have a nice day« von Lorenz Maierhofer oder »Singing all together« von Thord Gummesson.

Ergänzt wurde ihr bunter Melodienstrauß mit dem Kanon »Da pacem domine« (Gib uns Frieden in dieser Zeit) von Melchior Franck, dem Traditional »Lazing in the summer sun« und dem 2010 zur Landesgartenschau in Bad Nauheim geschriebenen »Regenbogen-Kanon«.

Mit dem Schlaflied von Max Raabe »Doch du mein Schatz musst schlafen geh’n« klang das vielseitige und anspruchsvolle Programm aus. Moderiert wurde es abwechselnd von Sängerinnen und Sängern. Passend zu den Textinhalten nutzte der Regenbogenchor Bad Nauheim entsprechende Requisiten wie Badehauben oder Schlafmützen zur Illustration.

Seinem Namen optisch erwies der Chor Referenz mit Schirmen in Regenbogenfarben und einer farblich illuminierten Bühne.

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