Vonseiten des Kreiselternbeirats begrüßen Vorsitzender Thomas Seeling (l.u.), die zweite Vorsitzende Carolina Schmelz, Volkmar Heitmann (r.u. und Andreas Gerhardus über 90 Schulelternbeiräte in der Videokonferenz.
+
Vonseiten des Kreiselternbeirats begrüßen Vorsitzender Thomas Seeling (l.u.), die zweite Vorsitzende Carolina Schmelz, Volkmar Heitmann (r.u. und Andreas Gerhardus über 90 Schulelternbeiräte in der Videokonferenz.

Schulen und Corona

Elternverteter in der Wetterau: Großer Frust, massive Kritik an Corona-Schulpolitik

  • vonRedaktion
    schließen

Es ist eines der meist diskutierten Themen in der Corona-Pandemie: Wie geht man mit Schülern um? Darüber haben sich nun Eltern aus der Wetterau in einer Videokonferenz ausgetauscht. Es gab viel Kritik.

Friedberg – Der Kreiselternbeirat hatte für Dienstag die Schulelternbeiräte der etwa 100 Schulen im Wetteraukreis zu einer Videokonferenz eingeladen. Schwerpunkt war die Situation an den Schulen unter den aktuellen Pandemie-Bedingungen. »Das überwältigende Interesse zeigt, wie sehr dieses Thema die Elternschaft beschäftigt: Über 90 Elternvertreterinnen und -vertreter aus dem ganzen Wetteraukreis nahmen an dem Informationsaustausch teil«, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreiselternbeirats.

Die Diskussionsbeiträge hätten eine große Unsicherheit und Unzufriedenheit der Eltern angesichts des Umgangs der Schul- und Gesundheitsbehörden mit der Corona-Krise an den Schulen widergespiegelt.

Das Ziel, den Präsenzunterricht in möglichst großem Umfang aufrechtzuerhalten, werde auch in der Elternschaft geteilt. Vermisst würden jedoch Wille und Strategien der verantwortlichen Stellen, dies auch unter optimalem Gesundheitsschutz der Kinder zu gewährleisten. Beispielhaft sei etwa die Ausstattung der Schulen mit Luftfiltern diskutiert worden. »Selbst Elternbeiräte oder Fördervereine, die auf eigene Kosten solche Geräte anschaffen möchten, stoßen dabei auf große bürokratische Widerstände«, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Kritik an Corona-Schulpolitik in der Wetterau: Amt reagiere spät oder gar nicht

Kritik habe es auch an »fehlenden oder sehr späten Reaktionen des Gesundheitsamtes« auf positiv getestete Schüler gegeben. »Ein schnelles und einheitliches Vorgehen bei Nachverfolgung und Quarantänemaßnahmen ist für die Eltern derzeit nicht erkennbar. Dieses halten wir aber zum Schutz der gesamten Schulgemeinden im Präsenzunterricht für unabdingbar - auch wenn im Klassenraum Maske getragen wurde.«

Die auch in der Pressemitteilung des Wetteraukreises wiederholte These, in Schulen verbreite sich das Virus nicht signifikant, »scheint uns nicht belegt«, wie der Kreiselternbeirat schreibt. »Andere Einschätzungen besagen aktuell, dass es spätestens ab der Mittelstufe keinen Unterschied im Infektionsgeschehen zu dem unter Erwachsenen gibt.« Somit könnten nach Ansicht der Elternvertreter auch die Schulen einen wesentlich Teil zur Übertragung des Coronavirus beitragen. »Als Kreiselternbeirat können wir hier keine abschließende Bewertung vornehmen. Wir fordern aber vor dem Hintergrund einer unsicheren Faktenlage, dass erhöhte Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.«

Corona-Schulpolitik in der Wetterau: Argumente für geteilte Klassen

Hierzu gehöre das Teilen der Klassen, zumindest in den höheren Jahrgängen. Dies wirke gleich dreifach: Verdoppelung des Abstandes, Halbierung der Schülerzahl im Raum, Halbierung der Kontaktzeiten. »Hierin sehen wir eine effektive Maßnahme, das potenzielle Infektionsgeschehen an den Schulen zu bremsen. Ziel wäre auch hierbei, den Präsenzunterricht zumindest in Teilen so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Die Entwicklung nach den Sommerferien hat uns gezeigt, dass die Hoffnung auf das Eintreffen der günstigsten Prognosen nicht länger die Vorbereitung auf den schlimmsten Fall verhindern darf.«

Daran schließe ein weiterer Kritikpunkt des Abends an: »die immer noch mangelhafte Vorbereitung des Schulsystems auf einen eventuell wieder notwendigen Distanzunterricht.« Sowohl die technische Ausstattung, vor allem aber auch die Umsetzungskonzepte an den Schulen klafften nach Berichten der Elternvertreter immer noch weit auseinander.

In der Pressemitteilung heißt es weiter: »Die gesamte Videokonferenz zeigte eine große Frustration über den aktuellen Umgang mit der Pandemie an den Schulen auf. Um dies auch öffentlich gegenüber den verantwortlichen Behörden deutlich zu machen, wurde beschlossen, die geäußerten Kritikpunkte in einer Online-Petition auszuformulieren. Dies wird der Kreiselternbeirat jetzt mit Unterstützung vieler Schulelternbeiräte angehen.«

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare