Romina (Reichelsheim) ist eine der Gewinnerinnen einer weiteren "Challenge" der Jugendpflege 4.0. Sie hat ihr Kunstwerk, einen Taschentuch-Elefanten, persönlich im Reichelsheimer Seniorenheim vorbeigebracht.
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Romina (Reichelsheim) ist eine der Gewinnerinnen einer weiteren »Challenge« der Jugendpflege 4.0. Sie hat ihr Kunstwerk, einen Taschentuch-Elefanten, persönlich im Reichelsheimer Seniorenheim vorbeigebracht.

Ein Elefant soll die Tränen trocknen

  • Dagmar Bertram
    vonDagmar Bertram
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Wetteraukreis (dab). Seit vier Wochen sind die Kinder und Jugendlichen aus Echzell. Reichelsheim, Florstadt und Wölfersheim dazu aufgerufen, den Senioren in den Pflegeheimen eine Freude zu machen. Die Jugendpflege 4.0 denkt sich jede Woche eine neue »Challenge« (Herausforderung) aus: Briefe schreiben, Bilder malen, Geschichten aufnehmen oder Steine bemalen. In dieser Woche ist Kochen angesagt.

Die Mitmachaktionen kommen gut an - sowohl bei den Senioren als auch bei den Kindern. Das wurde in der vergangenen Woche bei Besuchen in den vier Pflegeheimen der beteiligten Kommunen deutlich. Zuvor hatte die Jugendpflege einige Preise ausgelobt. Die Gewinner überreichten nun ihre Kunstwerke persönlich.

Rezepte nachkochen

Die zehnjährige Romina zum Beispiel hatte den Senioren einen Taschentuch-Elefanten mitgebracht - eine selbst gebastelte Hülle für eine Kosmetikbox. Dazu hatte das Mädchen geschrieben: »In der Corona-Zeit ist man oft sehr traurig, da man Freunde und Familie nicht sehen darf. Der Taschentuch-Elefant soll dabei helfen, nicht mehr traurige Tränen zu vergießen, sondern wieder fröhlicher zu werden.« Und: »Der Elefant ist sehr umweltfreundlich, da man die Taschentücherbox immer wieder austauschen kann.«

Jugendpflegerin Daniela Stelz war bei der Übergabe im Menetatis-Seniorenzentrum in Weckesheim dabei - mit Abstand und Maske, versteht sich. Der Besuch sei sehr berührend gewesen. Eine ältere Dame habe mit Tränen in den Augen gesagt: »Ich dachte, es interessiert niemanden, wie es uns Senioren in den Heimen geht.« Auch die Rückmeldungen aus den anderen Kommunen zeigten: Die Senioren freuen sich, dass die Kinder sich viel Mühe für sie geben. Dadurch fühlten sie sich nicht ganz so allein, berichtet Stelz.

Außer Romina hatten auch gewonnen: Isabella (Echzell), Helene (Florstadt) und Luisa (Wölfersheim). Ihre Besuche in den Pflegeheimen wird zwar eine Ausnahme bleiben müssen. Doch der ein oder andere weitere Kontakt hat sich über die Mitmachaktionen schon ergeben, erzählt Stelz. Eine Seniorin aus Echzell etwa war so angetan von einem Brief, dass sie dem Kind gleich antwortete. Und ein Senior aus Reichelsheim dankte einem Jungen, der in einem Heft von seinen Erlebnissen berichtet hatte, mit einem gemalten Bild.

In dieser Woche haben einige Seniorinnen und Senioren ihre Lieblingsrezepte für die »Challenge« zur Verfügung gestellt. Die Kinder und Jugendlichen, die mitmachen wollen, schreiben Jugendpflegerin Stelz eine Nachricht (Tel. 01 73/9 89 72 92). Dann bekommen sie ein Rezept zugeschickt, das sie nachkochen können. Wenn sie fertig sind, machen sie ein Foto, das zurück in die Heime gesendet wird. »Mal sehen, was alles Leckeres dabei herauskommt und welche Kommune die größten Meisterköche hat«, animieren die Jugendpfleger zum Mitmachen.

Wer auch immer diesmal gewinnt: »Wir freuen uns sehr, dass unsere Challenges genau das erreichen, wofür sie da sind. Kinder und Jugendliche zaubern den Seniorinnen und Senioren ein Lächeln ins Gesicht.«

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