Windkraft auf dem Winterstein ist umstritten - der BUND ist klar dafür. FOTO: JÜRGEN WAGNER
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Windkraft auf dem Winterstein ist umstritten - der BUND ist klar dafür. FOTO: JÜRGEN WAGNER

Einsatz für Windräder

  • vonred Redaktion
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Friedberg(pm). Die Kreisverbände Wetterau und Hochtaunuskreis des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) haben gemeinsam eine Stellungnahme zum Vorentwurf eines Bebauungsplans "Winterstein" vorgelegt. Der BUND kritisiert darin scharf, dass die Planung nicht auf den Bau von bis zu 20 Windenergieanlagen abziele, die dort gemäß beschlossenem Regionalen Flächennutzungsplan vorgesehen seien.

Dr. Werner Neumann, Kreisvorsitzender des BUND Wetterau: "Damit wäre ein Bebauungsplan von vornherein nichtig und unwirksam, da er die Ziele der Regionalplanung zum Klimaschutz missachtet." Mit einem Ausbau der Windenergie auf dem Winterstein könnten die Kommunen Friedberg, Ober-Mörlen, Rosbach und Wehrheim ihren Strombedarf zu über der Hälfte aus Windenergie decken, schreibt der BUND weiter in der Pressemitteilung. Die Planung sehe aber nur zehn Prozent vor. Woher künftig nach dem Ausstieg aus Atom- und Kohlestrom der Strom herkommen solle, bleibe völlig offen. "Dies ist eine verantwortungslose Planung, die weder die Stromversorgung der Bürger und Unternehmen sichert, noch den Klimaschutzzielen entspricht, für die sich diese Kommunen ansonsten verpflichtet haben", kritisiert Neumann.

Hinsichtlich des beim Bau von Windenergieanlagen zu beachtendem Artenschutzes nimmt der B-Plan laut BUND "völlig unnötig und unzureichend die ohnehin erforderlichen detaillierten Untersuchungen einer Bauplanung vorweg". Tatsächlich könnten die Auswirkungen durch kluge Platzierung und zeitliche Abschaltung der Anlagen minimiert werden, schreiben die Naturschützer.

Das Gebiet Winterstein sei ausgewählt worden, weil es außerhalb der Konfliktbereiche Vögel und Fledermäuse liege und keine erheblichen Eingriffe in den Artenschutz zu erwarten seien. Der BUND spricht sich zudem gegen" unsinnige technische Festlegungen" im Vorentwurf aus. Man müsse nicht festlegen, dass Windräder drei Blätter haben, und eine maximale Nabenhöhe verhindere höheren Stromertrag und besseren Naturschutz.

Neumann: "Windstrom vom Winterstein stellt eine sichere, umweltfreundliche und preisgünstige Zukunftsenergie dar. Nun gilt es zu verhindern, dass die vier Kommunen noch mehr Geld in eine fachlich unsinnige und rechtlich nichtige Verhinderungsplanung stecken. Der BUND setzt sich daher dafür ein, ein breites Bündnis zu schaffen, für den Ausbau der Windenergie am Winterstein und auch an anderen Orten in der Wetterau und im Hochtaunuskreis."

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