Ein Beispiel für den Einsatz der Eisenbahnfreunde während der Corona-Krise: In Griedel haben sie der Wetterbrücke zu neuem Glanz verholfen.	FOTO: JÖRG THEOPOLD
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Ein Beispiel für den Einsatz der Eisenbahnfreunde während der Corona-Krise: In Griedel haben sie der Wetterbrücke zu neuem Glanz verholfen. FOTO: JÖRG THEOPOLD

Im Einsatz rund um die Schienen

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Wetteraukreis . Solch eine Situation wie in diesem Jahr ist auch für die Eisenbahnfreunde Wetterau Neuland gewesen. Werden doch normalerweise die ersten Wochen eines Jahres intensiv dafür genutzt, Fahrzeuge und Strecke für die neue Saison vorzubereiten und fit zu machen.

»Traditionell sind wir spätestens ab Anfang Februar draußen auf der Strecke oder arbeiten an den Fahrzeugen, denn auch dort sind immer kleinere oder größere Reparaturen vorzunehmen« erläutert Stefan John, Vorsitzender der Eisenbahnfreunde.

Aber spätestens Anfang bis Mitte März wurde immer deutlicher, dass sich die Dinge im Jahr 2020 möglicherweise anders entwickeln. Durch den Lockdown war dann der Start der Fahrsaison Anfang April erst einmal gestrichen - Neustart völlig offen.

Bahnübergänge freigeschnitten

Also was tun? Es fehlen die Einnahmen, auf der anderen Seite bleiben die Arbeiten nicht aus. Wenngleich der Handlungsspielraum aufgrund der Kontaktbeschränkungen begrenzt war. Also machten sich die Eisenbahnfreunde daran, in Zweierteams oder auch alleine auf die Strecke zu gehen und die dort erforderlichen Arbeiten zu erledigen. Aufgrund der fehlenden Fahrten konnten Aufgaben in Angriff genommen werden, die einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Die Wetterbrücke in Griedel, die bereits im vergangenen Jahr vom Rost befreit worden ist, erstrahlt nun wieder (fast komplett) in neuem Glanz. Zunächst wurde die graue Vorstrichfarbe aufgetragen, danach der grün schimmernde Endanstrich. »Damit ist die Brücke wieder viele Jahre vor Rost geschützt, nur für die Außenseiten über dem Wasser müssen wir uns noch etwas überlegen«, konstatiert Stefan John.

In Münzenberg ist auf dem bereits im Dezember gesetzten Fundament die Fachwerkkonstruktion für einen Regenunterstand entstanden. Dach und Ausmauerung fehlen zwar noch, aber das Projekt schreitet weiter voran. Diese Maßnahme ist Teil eines größeren Projektes, in dem seit längerer Zeit die Infrastruktur in Münzenberg für die Fahrgäste verbessert wird.

Eine klassische Aufgabe im Frühjahr ist das Freischneiden der Bahnübergänge. Für die Lokführer muss ein fest definiertes Sichtfeld beim Herannahen frei sein, um erkennen zu können, ob der Übergang gefahrlos befahren werden kann. Über die gesamte Strecke wurden die Schnittarbeiten in akribischer Kleinarbeit erledigt.

»Der Gleisbau hat uns selbstverständlich stets begleitet, die Arbeiten an den Fahrzeugen ebenfalls. Mit den zunehmenden Lockerungen konnten wir dann auch wieder größere Trupps einsetzen«, erläutert Vorsitzender John. Seit dem 5. Juli finden die Fahrten ohne Dampflok wieder unter »Corona-Bedingungen« statt. Jörg Theopold

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