Die drei Siegermannschaften feiern mit Kindern und Pokal und Kamerun-Verein.
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Die drei Siegermannschaften feiern mit Kindern und Pokal und Kamerun-Verein.

Nur eine Stunde Verspätung, aber viel Spaß beim Fußball

Friedberg-Ockstadt (ini). »Gemeinsamkeiten feiern und Unterschiede finden« lautete das Motto eines Fußballturniers im Rahmen der Internationalen Woche auf dem Sportplatz in Ockstadt. Organisiert hatte das Turnier die Association des Bamboutos du Hessen (ABH).

Gemeinsamkeiten fanden sich am Samstag leicht: der gemeinsame Spaß, aber auch die Ernsthaftigkeit beim Fußballspielen, der Genuss leckeren Essens, die gemeinsamen Gespräche, auch über Nationalitätengrenzen hinweg. Und die Unterschiede? Da prallten vor allem deutsche Pünktlichkeit und Gründlichkeit mit afrikanischem Zeitgefühl und Organisationstalent zusammen.

»Europäer haben die Uhr, Afrikaner haben die Zeit«, begrüßte Sinclair Timo-Fokou vom Vorstand des AHB die Besucher entschuldigend. Nur eine Stunde Verspätung, Besucher mit Afrika-Erfahrung lachten darüber. Doch zur Ehrenrettung des AHB ist zu sagen, dass für die zeitlichen Verzögerungen vor allem zwei der acht Alt-Herren-Mannschaften (Echzell und Emekspor) verantwortlich waren, die dem Turnier ohne Entschuldigung fernblieben. Also musste Timo-Fokou umplanen. Statt zwei Gruppen spielten die verbliebenen sechs Mannschaften (Türk Gücü, Polizei Wetterau, Olympia Friedberg-Fauerbach, Ockstadt, Ilbenstadt und AHB) jeder gegen jeden und am Ende siegte der mit den meisten Punkten. »Die besten sind da«, lachte Mariama Canteh, die mit viel Humor durch das Turnier führte und die Herren mit ihrem Charme im Griff hatte.

»Von der Resonanz enttäuscht«

»Wir wollen mehr nach außen gehen und mehr von unserer Kultur zeigen«, erklärte Alain Kiampi. »Wir sind zwar ein kamerunischer Verein, aber kein geschlossener Kreis.« Für den Anfang sei das Turnier schon ganz gut besucht, resümierte der Vorsitzende der AHB. »Es kann aber besser werden.« Bisher hatte der ABH mit afrikanischen Kulturtagen im Albert-Stohr-Haus auf sich aufmerksam gemacht. Dorthin hatten sich aber nur wenige Friedberger verirrt. Mit dem Fußballturnier sollte ein neuer Weg beschritten werden. »Ich bin von der Resonanz etwas enttäuscht. Es sind nur die Teilnehmer da«, sagte Günter Volp von der Polizeimannschaft. »Um den interkulturellen Zweck zu erfüllen, wäre es besser, wenn mehr Leute gekommen wären.« Gabriela Tews und Harald Stüber gehörten zu den wenigen Nichtteilnehmern. Sie feuerten ihre Mannschaft Ockstadt vom Spielfeldrand an. »Die Stimmung ist sehr gelöst und fröhlich«, stellte Tews fest. »Das müsste es öfter geben«, ergänzte Stüber.

»Es geht vordergründig nicht um den Sieg. Das Turnier dient in erster Linie der Integration«, sagte Lars Osadnik vom Kreisfußballausschuss Friedberg und Trainer der Alten Herren aus Fauerbach. Die Fauerbacher, die mit 13 Punkten mit großem Abstand gewannen, freuten sich dennoch über den Pokal. Zweiter wurde das Team der Polizei (8 Punkte), dritter der ABH (7 Punkte). Die Sieger des 400- und 800-Meterlaufs der Kinder erhielten ebenso wie die Siegermannschaften Medaillen überreicht.

Während die Fußballer kickten, begannen die Frauen in ihren traditionellen Gewändern Essen zuzubereiten. Ida Ngoula war für den Grill verantwortlich und briet Fleischspieße, Fisch und Geflügel. »Alles typisch afrikanisch«, lachte die Ngoula. Bohnen, Beignets (Krapfen), scharfe Soßen und Kuchen waren zur Stärkung aufgebaut. Für die Kameruner sind solche Veranstaltungen auch eine Art Familientreffen. Aus Gießen, Nürnberg, Heilbronn waren Gäste angereist. »Ich komme immer zu solchen Veranstaltungen«, berichtete Rosette Tsapi, während sie Bohnen auf einen Teller löffelte. Beim nächsten Turnier sind es vielleicht auch ein paar Friedberger mehr.

Über Aktivitäten und das Hilfsprojekt des ABH informiert die Internetseite .

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