+
Auch Europa auf dem Stier ist Kunst am Bau. Einer der Vorträge beim Geschichtsverein widmet sich diesem Thema.

Eine kurze Freundschaft

  • schließen

Friedberg(pm). Der Friedberger Geschichtsverein startet mit der Wiederholung seiner Viertagefahrt in sein Programm des zweiten Halbjahres 2019. Unter dem Motto "Hinterm Deich: Emsland, Ostfriesland, Jeverland, Ammerland" führt die Exkursion unter Leitung von Hans Wolf vom 15. bis 18. August zur Meyerwerft, wo moderne Kreuzfahrtschiffe gebaut werden, zum Auswandererhaus Bremerhaven, zu historischen Städten im Nordwesten Niedersachsens, zu imposanten Backsteindorfkirchen und Wasserschlössern sowie zu den Moorgebieten zwischen Geest und Marsch.

Eine Tagesfahrt am Samstag, 21. September, führt in das Gebiet zwischen Fulda und Werra mit Besichtigung von Rotenburg a. d. Fulda, der Boyneburg, von Eschwege, Aue, Wanfried und Creuzburg. Hier spielte sich wichtige hessische Geschichte ab, Eschwege gehörte lange zu Thüringen, Wanfried war bedeutender Umschlagplatz für Waren aus Mitteldeutschland.

Zahlreiche Vorträge

Drei Vorträge widmen sich der Regionalgeschichte. Andrej Seuss stellt am 24. Oktober sein Buchprojekt über die kurze Freundschaft zwischen dem Friedberger Dichter Albert H. Rausch und dem jungen Schweizer Maler Andreas Walser vor. Das Zitat "Nur das Eine, furchtbare - Andreas ist tot" und Walsers im Benrath-Archiv erhaltene Briefe zeigen die Dramatik im Verhältnis der beiden in der Kunstmetropole Paris der Jahre 1929/1930 bis zu Walsers frühem Drogentod.

Am 14. November stellt Malte Dücker mit Wilhelm Diehl (1871 - 1944) einen wichtigen Akteur der evangelischen hessischen Landeskirche vor. Diehl war seit 1913 Professor am Predigerseminar in Friedberg, wurde 1923 als Prälat zum Leiter der Landeskirche gewählt. Er gilt als Pionier der hessischen Kirchengeschichte und prägende Figur in den Umbrüchen der Kirche in der Weimarer Republik und bei der Gleichschaltung zu Beginn des Dritten Reichs. Diehl, der auch politisch agierte, wird kritisch gewürdigt.

Michael Bender widmet sich am 5. Dezember der Kunst am Bau in Friedberg. An Beispielen vom Mittelalter bis heute werden Plastiken und Skulpturen präsentiert und die Funktion von Hauszeichen, Uhren oder Brunnen erläutert. Architekten, Handwerker und Künstler vor allem aus Friedberg und Umgebung, die im 19. und 20. Jahrhundert an der Gestaltung von Bauten mitwirkten, besonders Otto Franz Kutscher und Wilhelm Ess, werden vorgestellt. Einige der Objekte drohen zerstört zu werden, beispielsweise durch Maßnahmen der Wärmedämmung.

Im Rahmen der Friedberger Kulturnacht am 12. Oktober hält der Geschichtsverein den Adolfsturm offen und bietet im Kaminzimmer Lesungen mit Andreas Arnold für jüngeres und erwachsenes Publikum an.

Anmeldungen zu den Fahrten nimmt die Geschäftsstelle entgegen (Kaiserstraße 21, Friedberger-Geschichtsverein@gmx.de, Infos: www.friedbergeschichtsverein.de).

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare