Am Strand auf der Kaiserstraße befassen sich (v. l.) Karl Moch, Bernd Stiller, Thomas Zebunke, Ulf Berger, Sven Hollmann und Teresa Völker mit der Frage, wie die Aufenthaltsqualität in der Friedberger Innenstadt gesteigert werden kann. FOTO: PM
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Am Strand auf der Kaiserstraße befassen sich (v. l.) Karl Moch, Bernd Stiller, Thomas Zebunke, Ulf Berger, Sven Hollmann und Teresa Völker mit der Frage, wie die Aufenthaltsqualität in der Friedberger Innenstadt gesteigert werden kann. FOTO: PM

Für eine attraktive Innenstadt

  • vonred Redaktion
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Friedberg(pm). "›Friedberg hat’s‹ und die Grünen der Kreisstadt sind sich weitgehend einig in ihrer Kritik an dem nun seit Jahrzehnten andauernden Stillstand bei der Neugestaltung der Kaiserstraße." Dies schreiben die Friedberger Grünen in einer Pressemitteilung, in der es um eine Aussprache zur Situation des Handels und der Gastronomie in der Stadt ging. Sie fand auf dem "Stadtstrand" vor dem Geschäft Lederwaren Steck statt.

Aktuell läuft mit großem Anklang die Aktion "Friedberg macht Urlaub" zur Belebung der Innenstadt - auf die Beine gestellt von der Werbegemeinschaft "Friedberg hat’s". "Solche Aktionen waren in der Vergangenheit wichtig und werden es noch mehr in der Zukunft sein. Dabei haben uns die Fachämter der Stadtverwaltung immer gut unterstützt", erläuterte Ulf Berger, Sprecher von "Friedberg hat’s".

"Aber uns fehlt eine Vision für die Zukunft der wichtigsten Straße dieser Stadt", beklagten Teresa Völker und Sven Hollmann vom gleichnamigen Grafik- und Kommunikationsbüro. "Zumindest nehmen wir keine Signale der Stadtregierung wahr." Berger ergänzte: "Auch der ISEK-Prozess, der hoffnungsvoll begann, ist in den letzten Monaten untergegangen, und das liegt nicht nur an den Pandemiebedingungen." ISEK steht für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept.

"Die Geschäftsleute vermissen eine zeitgemäße Gestaltung des Stadtzentrums, barrierefreien Ausbau, überhaupt mehr Aufenthaltsqualität. Wir wollen auch nicht mehr diskutieren, sondern dass umgehend etwas geschieht, auch wenn es wenig ist", sagte Berger.

Soll Stadt leere Läden anmieten?

Die Grünen-Politiker Bernd Stiller (Stadtverordneter) und Karl Moch (Parteivorstand) bestätigten diesen Eindruck. "Auch wir nehmen wahr, dass die Verwaltung und die sie führende Politik in vielen Belangen eher zaudern als gestalten. Das führe auch dazu, dass Menschen, die nach Friedberg kommen, weil ihnen der erste Eindruck gefällt oder die Nähe zu Frankfurt beruflich günstig ist, sich wieder aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen, sagte Stiller. Und Moch ergänzte: "Es wiederholt sich immer wieder: Konsequenzen und Entscheidungen werden zu lange diskutiert und verzögert, bis sie letztendlich wieder vergessen sind. Das ist nicht die Bürgerbeteiligung, die wir wollen, und auch keine zeitgemäße Qualität von Verwaltungsarbeit. Wir werden das ändern, wenn das nächste Kommunalwahlergebnis uns die Möglichkeit dazu gibt."

Thomas Zebunke, Kreistagsmitglied für die Grünen, sagte, es gebe Möglichkeiten, kurzfristig etwas zu ändern, beispielsweise indem leer stehende Läden von der Stadt angemietet und für verschiedene temporäre Nutzungen kostenlos zur Verfügung gestellt würden. "Sogenannte ›Pop-up-Stores oder -Offices‹, welche von Studierenden der THM oder sogar von der Verwaltung selbst für eine transparente Arbeit an der Stadtentwicklung genutzt werden könnten. Die Parkbuchten können auf Dauer so umgestaltet werden, wie wir es jetzt gerade am Beispiel der ›Stadtstrände‹ sehen."

Der Verlust einzelner Parkplätze würde nach Bergers Ansicht auch den Einzelhandel nicht stören, wenn dadurch die Attraktivität der Straße steige - "und letztendlich ist es uns auch recht, wenn die Durchfahrgeschwindigkeit auf der Kaiserstaße gesenkt wird".

Alle Gesprächsteilnehmer waren sich darin einig, das eine möglichst rasche und vielfältige Nutzung des ehemaligen Kaufhauses Joh die ganze Innenstadt stärker beleben würde - und hier müsse die Stadt eigene Konzepte entwickeln und aktiv werden.

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