»Ein Umbruch, der alle Betriebe angeht«

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Wetteraukreis (pm). Die Chancen und Herausforderungen, die mit den Themen Fach- kräfte und Digitalisierung für kleine und mittlere Betriebe verbunden sind, hat die Wirtschaftsförderung Wetterau jüngst in ihrem Wirtschaftsforum in Butzbach ausgelotet.

Angesichts der Ergebnisse einer Studie des Instituts für Wirtschaft, Arbeit, Kultur an der Goethe-Uni Frankfurt »müssen sich alle Betriebe im Wetteraukreis neue Strategien überlegen«, sagte Klaus Karger, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. Von 2010 bis 2019 eine Wachstumsregion, sowohl bei den Einwohner- als auch bei den Beschäftigungszahlen, »stehen dem Kreis in den nächsten Jahren spürbare Umbrüche bevor«, ergänzte sein Kollege in der Geschäftsführung, Bernd-Uwe Domes. Der entscheidende Umbruch: »Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand.« Davon sind auch Familienbetriebe im Handwerk betroffen, in denen der Sohn oder die Tochter nicht mehr in die Fußstapfen der Eltern treten möchte.

Wie aber kann ein kleines, ein mittelständisches Unternehmen dennoch seine Zukunft sichern? Die Antwort der Wirtschaftsförderung: nicht allein, sondern mit Rat und Tat von außen.

Studieren und gleichzeitig arbeiten

Hilfe bietet etwa das »Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0« in Darmstadt. Wie Tobias Meudt erklärte, hält dieses Zentrum der TU zahlreiche Unterstützungsleistungen für Unternehmen bei Digitalisierungsprozessen bereit. Besonders nachgefragt ist die sogenannte Stoffstromanalyse: Mit ihr könnten die Schwachpunkte in einer Firma ermittelt werden, die sich etwa bei einem Herstellungsprozess zwischen dem ersten Kontakt bis zum fertigen Produkt ergäben.

Prof. Fabian Tjon von der THM Mittelhessen warb für das »Studium Plus« als gute Möglichkeit, Nachwuchskräfte auszubilden und an sich zu binden. Ein solches, sehr praxisbezogenes Studium hätten bereits 3700 junge Menschen an der THM abgeschlossen.

Julian Lauth, Schreinermeister und Inhaber der Holzfreude GmbH aus Butzbach, sowie Andreas Schmitt und Claudia Moser, Geschäftsführer von BLFP Architekten in Friedberg, berichteten, wie hilfreich familienfreundliche Konzepte seien, um Fachkräfte zu gewinnen. Die Klage über den Fachkräftemangel könnte ebenso obsolet werden, wenn man Rinku Sharma folgt: Der Jungunternehmer hat in Bad Vilbel eine Wissens- und Technologietransfereinrichtung gegründet. Dort lernen Kinder und Jugendliche bereits das professionelle Programmieren.

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