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Durch die Coronavirus-Pandemie wurde die Couch zum absoluten Lieblingsplatz des Friedbergers Klaus Schumacher.

Ein sicherer Platz in der Pandemie

  • vonHarald Schuchardt
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Eine überraschende und zugleich spontane Antwort gibt der Friedberger Klaus Schumacher auf die Frage, ob er einen Lieblingsplatz habe: »Seit der Pandemie ist das unsere Couch.« Auch wenn er die mit seinen vierbeinigen Mitbewohnern teilen muss.

Wie so viele Menschen verbringt der Friedberger Klaus Schumacher seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie viel Zeit zu Hause. »Ich hätte nie gedacht, dass ich unsere Couch zusammen mit meinen Fellnasen so viel nutzen und auch genießen kann«, sagt der 56-Jährige, der mit »Fellnasen«, die Katzen meint, die sich gerne mal zu ihm und Ehefrau Pamela auf die Couch setzen.

Vor der Pandemie gab es noch einen zweiten Lieblingsort, den Ockstädter Kirschenberg. Natürlich geht das Paar dort noch spazieren, doch »inzwischen überlegt man sich schon, wo man hingeht oder wo die Gefahr einer Infektion besonders groß ist«, erzählt der Projektmanager bei einem Offenbacher Personaldienstleister der, ebenso wie seine Ehefrau, derzeit im Homeoffice arbeitet.

Das hat für ihn Vor- und Nachteile: »Der direkte Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen fehlt, auch hat man vor Ort einen besseren Einblick. Man ist einfach näher dran.« Was dagegen wegfällt, sind die langen Fahrten zur Arbeit und wieder zurück.

»Wenn Feierabend ist, geht es vom Schreibtisch direkt auf die Couch«, meint Schumacher lachend. Ganz so ist es natürlich nicht jeden Tag, zumal er noch unzählige Kontakte über die sozialen Medien mit vielen Menschen hat, »die ich schon sehr vermisse.«

Das Vereinsleben fehlt Schumacher

Zu diesem Personenkreis gehören die Aktiven des von ihm vor acht Jahren initiierten Inklusionsvereins »Mensch mach mit!«. Auch viele Menschen mit Behinderung melden sich bei ihm. »Ich würde so gerne wieder einmal bei unseren Veranstaltungen und Treffen in glückliche Gesichter sehen«, sagt Schumacher, der gerade das große Handicap-Festival auf September verschoben hat.

»Vielleicht ist es dann ja möglich«, sagt Schumacher, der bei der monatlichen Disco »All together« für Menschen mit und ohne Behinderung im Bürgerhaus Dorheim den DJ gegeben hat - bis Corona kam. »95 Prozent des Vereinslebens liegt derzeit brach«, sagt der gebürtige Darmstädter, der seit knapp 20 Jahren in der Wetterauer Kreisstadt wohnt.

Auch die Zusammenarbeit mit den zahlreichen Kooperationspartnern des Integrationsvereins, wie dem Internationalen Zentrum oder dem Projekt »Demokratie leben!« des Wetteraukreises vermisst Schumacher, der mit »Mensch mach mit!« auch dem Kulturrat Friedberg angehört.

Bis es wieder richtig losgeht, genießt Schumacher nun das Leben zu Hause, zusammen mit seiner Ehefrau. »Wir reden viel mehr miteinander und tauschen uns viel öfter aus. Im Laufe der Zeit haben wir festgestellt, dass wir, trotzdem wir viel mehr zusammen sind, viel weniger Konfliktpotenzial haben, als zuvor.«

Gemeinsam mit ihren »Fellnasen« genießt das Paar, deren erwachsene Kinder alle aus dem Haus sind, »unsere wirklich schöne Wohnung« und die Zeit auf der Couch. »Natürlich läuft die Flimmerkiste etwas mehr, vor allem haben wir jetzt Zeit, interessante Serien anzusehen,« sagt Schumacher. Denn: »Wir sind jetzt auch auf Netflix unterwegs.«

Hoffnung auf mehr Normalität

Trotz der schönen Zeit auf der Couch, wünscht sich Schumacher einen baldigen Neustart des sozialen Miteinanders und des Vereinslebens, sodass er wieder mit seinen Mitstreitern im Verein Veranstaltungen organisieren und mit vielen Menschen vor Ort kommunizieren kann.

»Es wird Zeit, dass es endlich wieder losgeht«, sagt Schumacher, dem aber bewusst ist, dass er dann wieder seltener seinen coronabedingten neuen Lieblingsplatz nutzen kann und wird.

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