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Nahe des Friedberger Bahnhofs hat sich eine Saatkrähenkolonie gebildet.

Ein Schwarm seltener Vögel

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Friedberg/Wölfersheim (prw). Vor dem Bahnhofsgebäude in Friedberg bietet sich derzeit ein seltenes Naturschauspiel: Dort bauen Vögel gerade an 16 Nestern in einem Baum, weitere Brutkolonien gibt es im Umfeld des Bahnhofs und am Solarpark von Wölfersheim. Wer genau hinsieht, erkennt schnell, dass es sich bei den dort brütenden Krähen nicht um die verbreitete Rabenkrähe handelt.

Die nämlich brüten in einzelnen Paaren, während die Saatkrähen mit ihrem auffallend weißen, unbefiederten Fleck am Schnabelgrund in Kolonien brüten.

Saatkrähen brüten in Hessen nur in wenigen Gebieten entlang von Rhein und Main, berichten die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Wetteraukreises und die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) mit Sitz in Echzell.

»Waren es in den 1970er Jahren in ganz Hessen nur zwischen 100 und 200 Paare, hat sich der Bestand der seltenen Vögel mittlerweile auf rund 2000 Paare mit Schwerpunkt im Raum Frankfurt erholt«, erläutert der Biologe Stefan Stübing von der HGON. Für einen Singvogel - zu dieser Gruppe gehören alle Rabenvögel - ist das, auf die Fläche von Hessen berechnet, allerdings noch immer ein sehr geringer Wert. In der Wetterau war die Art sogar mehr als 60 Jahre komplett verschwunden, bevor sich erste Paare ab dem Jahr 2012 wieder im hiesigen Raum - zuerst in Schwalheim - angesiedelt haben. »Die aktuelle Koloniebildung in Friedberg und Wölfersheim ist daher eine äußerst erfreuliche Entwicklung«, heißt es in einer Pressemitteilung des Wetteraukreises.

Saatkrähen seien, anders als ihr Name vermuten lasse, wegen des Vertilgens von Engerlingen und anderen Insekten in der Landwirtschaft gerne gesehen. Und die Vögel seien durchaus »anwohnerfreundlich«: Die Kotkleckse unter den Brutbäumen und die rauen Rufe verschwänden schon Anfang bis Mitte Mai wieder, wenn die meist drei bis vier Jungvögel pro Nest flügge seien und die Kolonien bis zum nächsten Frühjahr verlassen würden. Bis dahin sollte allerdings möglichst nicht unter den wenigen Brutbäumen geparkt werden, damit es nicht zu einer Verschmutzung der Autos kommt.

Aufgrund ihrer Seltenheit dürfen die Koloniestandorte nicht gestört werden, auch ein Rückschnitt der nesttragenden Bäume im kommenden Winterhalbjahr ist nur nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde erlaubt. Beobachtungen zu den Saatkrähen können gerne in der Internet-Datenbank ornitho.de eingetragen werden, wirbt die HGON. Sollte es Konflikte mit den Vögeln geben, steht die UNB unter 0 60 31/83 43 01 beratend zur Verfügung.

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