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Alexia Tompi (li.) und Frida Kiefner freuen sich über ihren Erfolg beim Wettbewerb der Bildungsstätte Anne Frank.

Ausgezeichnet

Ein Rap-Debüt mit großem Erfolg

  • VonHarald Schuchardt
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Mit Rap-Musik haben Alexia Tompi und Frida Kiefer eigentlich wenig zu tun. Trotzdem haben zwei 13-jährige Friedbergerin einen Rap-Song geschrieben und damit einen überraschenden Erfolg erzielt.

Beim bundesweit ausgeschriebenen 8. Kunstwettbewerb der Anne-Frank-Stiftung belegten Alexia Tompi und Frida Kiefer in der Altersklasse bis 14 Jahre den zweiten Platz. »Damit haben wir wirklich nicht gerechnet«, meint Alexia, die zusammen mit ihrer Freundin nach den Ferien in die Klasse 8d der Augustinerschule Friedberg gehen wird. Und Frida ergänzt: »Wir hatten an den Rap gar nicht mehr gedacht, als Ende Mai das E-Mail kam, in der stand, dass wir es in die Topdrei geschafft haben.«

Die Freude war nicht nur bei den zwei Mädchen groß, auch in der Klasse konnten viele nicht glauben, dass Alexia und Frida zur Preisverleihung nach Frankfurt fahren durften. »In der Klasse haben wir dann unseren Rap das erste und einzige Mal gemeinsam und live vorgetragen«, erzählt Frida.

Text dreht sich um Frauenrechte

Eine positive Überraschung war die gute Platzierung auch für Klassenlehrerin Petra Seipel. Die Pädagogin hatte die Schüler während der Home-schooling-Phase im März auf den Rap-Wettbewerb hingewiesen, der in diesem Jahr unter dem Motto »#Dissconnect« stand.

»Damals haben wir uns erst einmal angeschaut, worum es geht, und dann beschlossen, mitzumachen«, sagt Frida. Die Teilnehmer sollten einen Rap-Song schreiben, in dem sie ihre Forderungen an die Gesellschaft formulieren.

»Was muss deiner Meinung nach geschehen? Wo muss genauer hingeschaut werden? Was muss jetzt angepackt werden, damit wir in eine bessere Zukunft gehen?«, hieß es in der Ausschreibung für den Rap-Contest, mit dem die Initiatoren ein Zeichen gegen prollige und sexistische Rap-Texte setzen wollen.

Da sich die beiden Freundinnen während des Lockdowns nicht treffen konnten, wurde viel telefoniert und geschrieben. Alexia: »Wir haben lange überlegt. Dann kamen wir auf Frauenrechte und Gleichberechtigung, was ja auch in den sozialen Medien ein großes Thema ist.«

Die beiden Teilnehmerinnen wollen mit ihrem Beitrag aufzeigen, dass es gerade im Bildungsbereich noch keine Gleichberechtigung gibt. Außerdem haben sie die Sexualisierung von Frauen durch Männer in ihrem Rap thematisiert.

Mit der Frage »Warum grenzt ihr sie aus?« werden Männer direkt angesprochen. Den Text hat das Duo zusammen geschrieben, gerappt hat Alexia alleine. »Wir sollten uns ja im Lockdown nicht treffen, und daran haben wir uns gehalten«, meint Frida.

Groß war die Aufregung am Tag der Preisverleihung in den Räumen der Anne-Frank-Stiftung in Frankfurt, zu der die zwei 13-Jährigen mit Fridas Vater Robert als zugelassener Begleitperson gefahren sind. Die beiden Familien schauten den Livestream im Internet an.

Viel Lob geerntet

»Meine Eltern haben sogar eine Mitteilung im Live-Chat geschrieben«, berichtet Alexia. Schließlich erreichten die Gymnasiastinnen den zweiten Rang. Die Jury begründete die gute Platzierung unter anderem mit der Art und Weise, wie die Themen von den beiden Mädchen aufgegriffen und umgesetzt wurden.

Als Preis erhielten die beiden Friedbergerinnen jeweils hochwertige Bluetooth-Kopfhörer samt Powerbank, eine Urkunde und ein Buch über die ersten fünf Jahre des Kunstwettbewerbs. »Es war schon toll, wir haben so viel Lob bekommen«, freuen sich die Mädchen, für die der Ausflug in den Rap wohl ein einmaliges Ereignis bleiben wird.

Ganz ausschließen wollen die Schülerinnen eine Wiederholung allerdings nicht. »Sollte es so etwas noch mal geben, könnten wir uns schon vorstellen, wieder so etwas zu machen«, sagen die beiden Freundinnen.

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