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Ganze Arbeit haben mobile Impfteams in den bhw-Einrichtungen geleistet.

Ein organisatorischer Kraftakt

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Wetteraukreis (pm). Es war ein organisatorischer Kraftakt, aber es hat geklappt: Knapp 450 Personen wurden kürzlich bei der Behindertenhilfe Wetteraukreis (bhw) gegen Corona geimpft. In Friedberg, Butzbach, Nidda und Gedern unterhält die bhw Wohneinrichtungen für Menschen mit einer geistigen oder schweren Mehrfachbehinderung. Diese Risikogruppe und deren Betreuer haben laut Impfstrategie des Bundes eine hohe Priorität, gegen Corona geimpft zu werden.

Jetzt war es so weit. Nach Angaben von bhw-Pressesprecherin Corina Rüb kamen je zwei mobile Impfteams des Wetteraukreises in die Einrichtungen. Knapp 450 Personen wurden geimpft: Klienten, Angestellte der bhw sowie Mitarbeiter benachbarter Kindertagesstätten in Gedern, Ockstadt und Nidda, außerdem Beschäftigte der Asklepios-Klinik in Bad Salzhausen.

»Wir sind sehr froh, dass die mobilen Impfteams zu uns gekommen sind«, erklärt bhw-Geschäftsführerin Eva Reichert. Viele Klienten seien in ihrer Mobilität sehr eingeschränkt. »Für sie war es eine große Erleichterung, dass die Impfung vor Ort angeboten werden konnte.« Die Organisation der Impfung sei eine Herausforderung für das Unternehmen gewesen. Neben Gesprächen mit dem Wetteraukreis mussten die Klienten auf die Impfungen vorbereitet werden.

Es gab viele Gespräche und Erklärungen, damit sich die Klienten für oder gegen die Impfung entscheiden konnten. Sogar ein Film in einfacher Sprache wurde von der bhw gedreht, um zu zeigen, wie eine Impfung verläuft. Sehr aufwendig war es auch, alle für die Impfung notwendigen Dokumente einzuholen. Reichert: »Unsere Klienten haben meist Rechtsbetreuer mit Gesundheitssorge, die in eine Impfung schriftlich einwilligen müssen.« Teilweise mussten bhw-Mitarbeiter zu den Rechtsbetreuern fahren, um die Unterschriften zu erhalten.

»Die letzte Hürde war dann, den Ablauf der Impfungen zu planen. Wir haben ein Organisationsteam gebildet, das den Kontakt zum mobilen Impfteam gehalten, Räumlichkeiten festgelegt und Personen unter Berücksichtigung der Dienstpläne den Impfterminen zugeordnet hat«, erläutert die bhw-Geschäftsführerin.

Auch in Werkstätten soll geimpft werden

Matthias Modricker, dessen Sohn in der Wohneinrichtung der bhw in Butzbach lebt und dort geimpft wurde, bedankte sich für die gelungene Impfaktion. »Ich war bei der Erstimpfung meines Sohnes anwesend und habe mich sehr gefreut, wie gut das Impfen organisiert war und verlaufen ist.« Die nervösen und zum Teil ängstlichen Impflinge seien nett und zugewandt angesprochen, beruhigt und begleitet worden.

Auch den Mitarbeitern in den Werkstätten, die nicht in einer Wohneinrichtung der bhw leben, will das Unternehmen zeitnah ein Impfangebot machen. Reichert bemüht sich darum, dass mobile Impfteams auch in die Werkstätten kommen, um Personen mit eingeschränkter Mobilität den Weg ins Impfzentrum zu ersparen. »Wenn alle Klienten und Angestellten der bhw, die das möchten, geimpft sind, werden wir alle im Alltag etwas entspannter sein können«, hofft die Geschäftsführerin.

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