koe_Hessenhilft_120221_4c_1
+
Ihre Erfahrungen kommen ins Buch: die Schüler Kerem Kale, Sven Vega Appelgren, Manuel Alexandre Borja Ribeiro (v. l.) mit Lehrerin Tina Fuest von der Johann-Philipp-Reis-Schule.

Ein Buch über den »Corona-Modus«

  • vonRedaktion
    schließen

Friedberg/Ortenberg (pm). Corona, die Schule und die Schüler: ein Thema, das täglich diskutiert wird. In einem neuen Buch des Vereins »Aktion Hessen hilft« aus Ortenberg haben sich Jugendliche aus Hessen literarisch mit einem Thema befasst, das dem Buch seinen Titel gibt: »Schule im Corona-Modus«. Auch Schüler der Johann-Philipp-Reis-Schule haben Texte und Zeichnungen beigesteuert.

Im Frühjahr wird das Buch »Schule im Corona-Modus« mit Unterstützung des Landes Hessen erscheinen. Veranschaulicht werden darin die Erfahrungen, die die Schülerinnen und Schüler während der Corona-Pandemie gemacht haben.

Gedichte und Geschichten

Der Verein hatte im November 2020 die Schulen in Hessen um die Einsendung von Beiträgen gebeten. Den Jugendlichen sollte eine Plattform gegeben werden, um ihre Ängste, Sorgen und Hoffnungen angesichts der Corona-Krise zu verarbeiten.

Das Buchprojekt sprach Deutschlehrerin Tina Fuest von der Johann-Philipp-Reis-Schule in Friedberg sofort an. Bereits im Frühjahr 2020 hatte sie ihre Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschule dazu angeregt, ihre Erfahrungen niederzuschreiben. Seit August besuchen die Jugendlichen den Abschlussjahrgang und werden im kommenden Frühjahr ihre Prüfungen für den Realschulabschluss absolvieren. Ergänzend zu den Texten, die die Erfahrungen der Schüler zum Zeitpunkt der ersten Corona-Welle widerspiegeln, entstanden seit Dezember neue kreative Arbeiten.

In ihren Klassen kürten die Schüler selbst die besten Beiträge, die demnächst in dem Buch abgedruckt werden sollen. Die Schüler Antonio Simonovic, Kerem Kale und Sven Vega Appelgren wurden für ihre originellen Gedichte prämiert und ihre Beiträge bereits auf der Schul-Homepage hochgeladen.

Antonio beschreibt die ungewöhnliche Situation vor einem Jahr: »Dass der Virus nicht überhüpft, / der Mensch nun unter Masken schlüpft«. Kerem appelliert mit seinen Versen »Halten wir uns nicht an die Regeln / Dann werden wir unser Leben geben« an die Vernunft der Leser. Sven möchte die Corona-Leugner mit einer Prise Ironie in ihre Schranken weisen: »Corona nennen die Forscher den Feind / Damit ist aber nicht das Bier gemeint.« Er erzählt: »Es ging mir vor allem darum, das Thema Corona witzig darzustellen. Mir war wichtig, dass man die Sorgen und Anstrengungen für einen Moment vergisst.«

Eine andere künstlerische Ausdrucksform wählte Manuel Alexandre Borja Ribeiro, die er als Comic-Fabel bezeichnen würde: »Das Äffchen schreit in Richtung Pelikan und Elefant: ›Macht euch die Hände sauber… es kommt!‹ Doch ausgerechnet das gewaltigste Tier ist gegen das winzig kleine Coronavirus machtlos: Der riesige Dino kann sich die Hände nicht waschen.«

Niko Lang verfasste einen Erfahrungsbericht, der seine Betroffenheit schildert. Er erzählt von seinem Freund Sandro, der mit der Situation nicht so souverän umgehen könne: »Sandro hat Angst.« Nikos Text endet mit einer Nachricht von seinem Kumpel: »Ey, Niko, ich hab Husten… und Fieber.«

Kerem Kale aus der Klasse 11BFA zieht ein positives Fazit zum Buchprojekt: »Es war erstaunlich zu sehen, wie wir alle uns verändert haben. Anfangs hat jeder an sein eigenes Wohlbefinden gedacht, doch mit der Zeit haben wir gelernt, Rücksicht auf einander zu nehmen. Das hat bewiesen, dass die Menschen in harten Zeiten zusammenhalten können.«

Der Verein »Aktion Hessen hilft« teilt mit, dass zahlreiche Beiträge von über 40 hessischen Schulen eingegangen seien.

Das Buch »Schule im Corona-Modus« werde demnach sehr umfangreich. Schüler, die einen Beitrag beigesteuert haben, sollen je ein kostenloses Exemplar erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare