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Auf der gemütlichen Dachterrasse des Bettenhauses Decher genießen (v. l.) Michael Hedtke, Julia Miotke, Birgit Hedtke sowie Klaudia und Norbert Decher die Schorle.

Ein anderer Blick auf die Stadt

  • VonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Friedberg aus einer ungewöhnlichen Perspektive zu betrachten, das ist für viele Menschen besonders reizvoll. Dies zeigte am Wochenende die erneut große Resonanz auf die dritte Dachterrassen-Aktion der Stadt. Interessierte konten nach vorheriger Anmeldung vier ansonsten nicht zugängliche Dachterrassen von Geschäften auf der Kaiserstraße besuchen.

Dazu kam erstmals die Öffnung von Adolfsturm und Wasserturm am Samstagabend - für jeweils zehn Hobbyfotografen.

»Bei uns sind alle Zeitfenster voll«, teilte Sue van Bömmel mit, die gemeinsam mit Ehemann Michael das Familiengeschäft »Juwelier Burck« im schmalen Haus Kaiserstraße 50 führt. Über enge Treppen geht es hoch auf die Terrasse, die beim großen Umbau vor 40 Jahren entstanden ist. »Hier oben waren wir noch nicht, dieses Mal haben wir es geschafft«, freuten sich die Friedberger Cordula und Volker Wiltheis.

Erinnerungen an die 60er Jahre

Das Ehepaar war auch bei den beiden ersten Dachterrassen-Events dabei. »Es ist jedes Mal unglaublich, was man dabei alles sehen und entdecken kann«, zeigte sich Ehefrau Cordula begeistert. »Das ist voll krass, dieser Blick über die Dächer«, sagte Angelina Nowak auf der Dachterrasse von »König+« in der Kaiserstraße 14, die beim Neubau des Hauses vor zwölf Jahren entstanden war. Nowak kam aus Aßlar nach Friedberg, um für die Tourismus-Region und Wirtschaftsförderung Wetterau Filmaufnahmen von dem außergewöhnlichen Angebot zu machen. Besonders interessant fand die Aßlarerin die groß aufgezogene Aufnahme dreier Häuser aus den 1960er Jahren. Damals befanden sich in dem Haus die Geschäftsräume von Radio-Ruppert. »Das war in Friedberg ebenso eine Institution wie daneben die Metzgerei Hahn im Haus Nummer 12 und das Schuhhaus Eisenreich auf der anderen Seite«, erklärte Jens König.

Schauspieler ist auch vor Ort

Die größte Dachterrasse hat die Familie Decher im Haus Kaiserstraße 32. Die Inhaber von Betten-Decher leben - als einige von wenigen Geschäftsinhabern - auch noch in dem Haus. Dementsprechend gemütlich ist es auf der Terrasse. »Wir sind hier schon daheim,« sagte Michael Hedtke, der zusammen mit Ehefrau Birgit und Tochter Julia Miotke, der Betreiberin des Instragram-Kanals »Friedberger Mädchen«, erneut gekommen war. Zusammen mit Klaudia und Norbert Decher genossen die Drei am großen Holztisch samt Kronleuchter darüber die von Klaudia Decher frisch zubereitete Rhabarber-Minze-Schorle. »Die Minze stammt aus unserem Pflanzbett im Burggarten«, erläuterte Klaudia Decher, die mit ihrem Mann alljährlich an der Urban-Gardening-Aktion »Friedberg zum Anbeißen« teilnimmt.

Ohne- Anmeldung konnte die Terrasse der Buchhandlung Bindernagel in der Kaiserstraße 72 betreten werden. »Das klappt prima«, freute sich Inhaberin Friederike Herrmann, die ihre »grüne Oase« immer dann zum Entspannen nutzt, »wenn ich keine Lust mehr habe zu arbeiten«. Beim WZ-Besuch stand plötzlich Friederikes Bruder Matthias Herrmann in der Tür. »Wenn Friederike die Terrasse öffnet, dann muss ich doch dabei sein«, witzelte der bekannte Schauspieler, der in Heidelberg lebt und der sich schon auf den 30. Dezember freut. Dann wird er erstmals als Schauspieler in der Komödie »Drei Männer und ein Baby« in der Stadthalle zu sehen sein.

Schnell ausgebucht waren die jeweils zehn Plätze für Fotografen, die am Samstagabend auf den Wartturm und den Adolfsturm durften, um einmal »Friedberg von oben in der blauen Stunde zu fotografieren«, wie es Sigrid Bartsch, die Leiterin des Kulturservices, formulierte. Leider war es etwas diesig, doch die Skyline von Frankfurt war noch zu sehen.

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