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Heinz Thönges (2. von links) erhält die silberne Ehrennadel des HBV für seine langjährige Arbeit im Verband. Zu den ersten Gratulanten zählen (von links) Justiziar Florian Dangel, RBV-Vorsitzende Andrea Rahn-Farr, ihr Stellvertreter Michael Schneller und Geschäftsführer Marcus Schepp.

»Düngeverordnung bleibt Baustelle«

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Wetteraukreis (pm). Coranabedingt etwas später im Jahr als üblich, hat sich der Regionalbauernverband Wetterau-Frankfurt am Main (RBV) zu seiner Mitgliederversammlung getroffen. Über 50 Wetterauer und Frankfurter Landwirte nahmen daran teil. Gastredner war Hans-Georg Paulus, der neue Generalsekretär des Landesverbandes (HBV), der sich den Wetterauer und Frankfurter Bauern vorstellte.

In ihrem Tätigkeitsbericht zog die Vorsitzende Andrea Rahn-Farr ein »durchwachsenes« Fazit für das vergangene Jahr. Die Anstrengungen des Verbandes in der Öffentlichkeitsarbeit seien erfolgreich, wie die deutlich verbesserte Wahrnehmung der bäuerlichen Anliegen zeige. Im Hinblick auf das Ziel, die regionale Erzeugung und Verarbeitung zu stärken, laufe die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und Gruppierungen immer besser. Auch mit dem Wetteraukreis und dem Fachdienst Landwirtschaft gebe es eine grundsätzlich gute Zusammenarbeit.

Rahn-Farr betonte: »Die zuständigen Behörden im Wet- teraukreise sollten ihre Spielräume zugunsten der Betriebe nutzen. Wir brauchen keine reine Eingriffsverwaltung, sondern eine aktive Beratung, auf die die Landwirte in speziellen Betriebszweigen wie der Direktvermarktung vertrauen können.«

Große »Baustellen« seien nach wie vor die Düngeverordnung, das Insektenschutzprogramm und die gesetzgeberischen Vorhaben mit erhöhten Auflagen in der Tierhaltung. »Die Bauernverbände haben sich frühzeitig in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht und Stellungnahmen und fachliche Einwände gebracht. Auch bei den Protesten und bei der Mahnwache in Wiesbaden waren wir aktiv dabei«, so die Vorsitzende. »Für die weiterhin bestehenden Fehler in den Verordnungen - unter anderem was die Auswahl der Messstellen sowie die Validität der Messwerte betrifft - müssen wir den bereits 2020 beschrittenen Weg der Normenkontrollklage weitergehen.« Im Hinblick auf diese Klage hat der RBV ein hydrogeologisches Gutachterbüro damit beauftragt, die Messstelle Ossenheim sowie die Abgrenzung des Wetterauer Grundwasserkörpers einer Prüfung zu unterziehen.

HBV-Generalsekretär Paulus referierte zum Thema »Zukunft braucht Veränderung«. Er berichtete über die ausgeweitete Social-Media-Arbeit bis hin zu einer neuen Homepage des HBV, um die Kommunikation nach innen und außen zu verbessern.

Sinkende Tendenz bei Mitgliedern

Besonders interessant für die Mitglieder waren die Berichte vom Runden Tisch Insektenschutz Hessen, der infolge der Proteste gegen das Aktionsprogramm Insektenschutz ins Leben gerufen worden war. Man suche einen »hessischen Weg«, »damit geklärt wird, was die Gesellschaft von den Bauern erwartet und wie die von Landwirten erbrachten Umweltleistungen zukünftig auch entlohnt werden können«.

Geschäftsführer Marcus Schepp ging auf die Entwicklungen im Verband ein. Aktuell hat der RBV etwa 1200 Mitglieder - bei sinkender Tendenz aufgrund des Strukturwandels in der Landwirtschaft. Allerdings sei die Beitragsehrlichkeit - gerade wenn neue Pachtflächen übernommen werden - nicht immer gegeben. Im Kassenbericht positiv bemerkbar gemacht haben sich demnach die 2020 eingeleiteten Umstrukturierungsmaßnahmen. Der Bedarf an Beratung der Mitglieder steigt insgesamt eher an.

Die Vorstandswahlen brachten einen Wechsel: Heinz Thönges schied altersbedingt aus. Nachfolger ist Frank Edelbauer (Bad Nauheim), der mit seiner Familie in Bad Nauheim einen Ackerbaubetrieb bewirtschaftet und auch im Gebietsagrarausschuss engagiert ist. Zur Wiederwahl stellte sich Stephan Cornel (Frankfurt). Beide bekamen ein einstimmiges Votum.

Rahn-Farr verlieh anschließend Heinz Thönges aus Steinfurth die silberne Ehrennadel des HBV als Dank und Anerkennung für die langjährige Mitarbeit im Vorstand. Er wurde 1999 in den Vorstand gewählt, etwas später auch in den geschäftsführenden Vorstand. Außerdem war er bis 2019 Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften Wetterau.

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