Duale Ausbildung für Erzieherinnen

  • Jürgen Wagner
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Friedberg (jw). Eltern haben einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihr Kind. Allerorten fehlen aber Kita-Plätze, alte Kitas werden erweitert, neue gebaut oder es werden Container als Übergangslösung aufgestellt. Was den Kommunen dabei nicht aus dem Blickfeld geraten darf: Für alle diese Einrichtungen wird Personal benötigt.

Was tun, wenn kein oder zu wenig Personal zur Verfügung steht? Erzieherinnen und Erzieher besuchen in den ersten beiden Ausbildungsjahren nur die Schule, erhalten keine Ausbildungsvergütung. Das macht den Job nicht unbedingt attraktiver. Will man dies, muss man die Ausbildungsbedingungen verbessern, dachte sich die FDP im Juni vergangenen Jahres und brachte im Friedberger Stadtparlament einen Antrag ein: Die Stadt solle eine dreijährige duale Ausbildung für Erzieher/innen organisieren.

1100 Euro im ersten Jahr der Ausbildung

Nun wollten die Liberalen wissen, was aus diesem Antrag geworden ist. Aus der »kleinen Anfrage« wurde beinahe eine Grundsatzerklärung der Ersten Stadträtin und Kita-Dezernentin Marion Götz (SPD). Details verriet sie noch keine, nur so viel: Im Sommer 2021 soll der duale Ausbildungsgang starten.

Ähnlich wie in Sachen Betreuungsplätze und Stadtreinigung hat sich Götz grundsätzliche Gedanken zur Personalentwicklung und -gewinnung für alle Bereiche der Stadtverwaltung gemacht. Das Ergebnis liege den Stadtverordneten demnächst vor, sagte sie. Ein Baustein unter vielen sei dabei der duale Ausbildungsgang, bei dem die Azubis auch in den ersten beiden Jahren eine Ausbildungsvergütung erhalten, etwas mehr als 1100 Euro im ersten und rund 1200 Euro im zweiten und dritten Jahr. Götz: »Das ist ein guter Anreiz für Bewerber.« Die Stadt will drei Ausbildungsplätze nach diesem Modell schaffen und hierfür 180 000 Euro für drei Jahre zur Verfügung stellen. Kommt sie in den Genuss von Landesfördergeldern, dann schrumpft der städtische Betrag auf 65 000 Euro.

Gedacht ist auch an ein Stipendium für Azubis des klassischen Ausbildungsganges. Auch hier können Kommunen das monatliche Salär der Azubis übernehmen. Die Kosten lägen laut Götz bei 107 000 Euro für drei Plätze.

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