Etwa 90 000 Kitze werden jährlich bei der Wiesenmahd in Deutschland getötet, weil sie sich im hohen Gras vor Fressfeinden verstecken. 	FOTOS: DPA/PM
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Etwa 90 000 Kitze werden jährlich bei der Wiesenmahd in Deutschland getötet, weil sie sich im hohen Gras vor Fressfeinden verstecken. FOTOS: DPA/PM

Spannendes Projekt

Drohne rettet Rehkitze vor dem Tod - Gewinn der Umweltlotterie geht an Fachdienst Landwirtschaft

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Der Fachdienst Landwirtschaft erhält den mit 5000 Euro dotierten Zusatzgewinn aus der Umweltlotterie GENAU. Von dem Geld soll eine Drohne angeschafft werden, die helfen soll, Rehkitze im hohen Gras aufzuspüren und sie so vor dem Mähtod zu retten.

Neugeborenen Rehkitzen fehlt der Fluchtinstinkt: Bei Gefahr verharren die Jungtiere dort, wo sie ihre Mütter im hohen Gras abgelegt haben. Während der Wiesenmahd im Frühjahr kann das tödlich enden. Dagegen möchte der Fachdienst Landwirtschaft im Wetteraukreis etwas tun - mit einer Minidrohne. Ausgestattet mit einer Wärmebildkamera soll sie Landwirten und Jagdpächtern beim Aufspüren der Kitze helfen. Das sie angeschafft werden kann, dazu trägt der mit 5000 Euro dotierte Zusatzgewinn der Umweltlotterie GENAU bei.

Etwa 90 000 Kitze werden Schätzungen zufolge jährlich bei der Wiesenmahd in Deutschland getötet. Dass hier auch der Wetteraukreis keine Ausnahme bildet, weiß Ute Heinzerling vom Fachdienst Landwirtschaft: »Trotz intensiver Bemühungen unserer Landwirte und Jagdpächter mit verschiedenen Maßnahmen wie dem Anbringen von Flatterbändern im Feld oder akustischen Signalen fallen leider jedes Jahr Kitze den Mähwerken zum Opfer. Auch die Suche nach den Wildtieren zu Fuß wird bei großen Wiesen schnell unmöglich, zumindest ohne Unterstützung aus der Luft.« Genau die soll es mit der Drohne geben. Bislang fehlten für die Anschaffung die Mittel. »Dank unseres Lottogewinns kann der Traum einer eigenen Drohne endlich Wirklichkeit werden. Damit können unsere Landwirtinnen und Landwirte künftig in kürzerer Zeit größere Flächen absuchen und so noch mehr Jungtiere unmittelbar vor der Mahd in Sicherheit bringen«, sagt Heinzerling.

Umweltlotterie GENAU: 140 000 Euro für Wetterauer Projekte

Der Gewinn hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. »Zwischen April und Juni werden die Kitze geboren - und sind vor allem in den ersten Lebenswochen in Gefahr, bis sich der natürliche Fluchtinstinkt entwickelt.« Schon in den nächsten Wochen soll die Drohne für die Landwirte bereitstehen und auch zum Nachahmen anregen, denn »eine Drohne reicht natürlich nicht für die gesamte Wetterau, sie kann aber ein Denkanstoß sein«, sagt Heinzerling und ergänzt: »Wir hoffen, dass in den nächsten Jahren weitere Initiativen folgen werden, damit die Grünlandmahd nicht mehr zur tödlichen Falle wird.«

Heinzerling hatte das Rehkitzprojekt im August 2019 bei der Umweltlotterie GENAU angemeldet, sechs Monate später wurde sie belohnt. Es ist bereits der 28. Gewinn für die Wetterau. Keine andere Region in Hessen hat bisher häufiger bei GENAU gewonnen. Der Kreis hat damit insgesamt schon 140 000 Euro für seine Umweltprojekte bekommen.

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