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Von der teilweise maroden Bausubstanz im Tierheim konnten sich die Grünen Marcus Stadler und Heiko Färber vor Ort überzeugen.

Dringender Handlungsbedarf

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Wetteraukreis (pm). Alarmiert durch die Berichterstattung über den Zustand des Kreistierheims der Wetterau in Rödgen besuchten die Kreis-Grünen die Anlagen, um sich selbst ein Bild vor Ort zu machen und mit den direkt Betroffenen Lösungsmöglichkeiten zu besprechen. Der Vorsitzende des Trägervereins, Heiko Färber, begleitete sie durch das Gelände und berichtete über die baulichen Zustände und deren Hintergründe.

Den vorbildlich tierschutzkonform angelegten Außenlagen stünden völlig veraltete Zwingergebäude gegenüber, so die Grünen. »Der Kern der Gebäude ist 1971 entstanden. Dem entsprechen auch der energetische Zustand und die Bausubstanz. Da es sich bei dem Baugrund zudem um ehemals sumpfiges Gelände handelt, haben Senkungen des Untergrundes in den letzten 40 Jahren zu weiteren schweren Gebäudeschäden geführt. Man lebe in den vergangenen Jahrzehnten von der Substanz, sagte Färber. »Jetzt sind wir an dem Punkt, wo es nicht mehr in der Decke knirscht, sondern der Balken bricht.«

Das Kreistierheim wird durch den Trägerverein Tierheim Wetterau betrieben. Dieser rein kommunale Verein besteht aus seinen Mitgliedern den 22 angeschlossenen Wetterauer Kommunen und dem Wetteraukreis selbst. Die Finanzierung werde über einen ausgehandelten Verteilerschlüssel anhand der Einwohnerzahl sichergestellt. Der Kreis übernehme circa 30 Prozent der Kosten.

Weitere Einnahmen gebe es über Spenden, Einnahmen aus dem Sommerfest und der Aufnahme von Pensionstieren. Als Gegenleistung übernehme das Tierheim in einem 24-Stunden-Service für die angeschlossenen Kommunen die Unterbringung und Pflege von Fundtieren und nach Ordnungsrecht beschlagnahmten Tieren und biete für das Veterinäramt des Kreises Platz für Beschlagnahmungen und Sicherstellungen aus Tierschutzgründen. »Während sich die Kosten für die Pflege der Tiere beständig nach oben entwickeln und die Anforderungen an die tierschutzkonforme Haltung ständig steigen, sind unsere festen Einnahmen durch die kommunale Beteiligung auf zu niedrigem Niveau stecken geblieben. Wir können so zwar gerade noch die täglichen Kosten stemmen, aber zum Erhalt der Bausubstanz fehlen jede Mittel«, erklärte Färber den Grünen.

Mit Blick auf die veraltete ölbetriebene Deckenflächenheizung im ansonsten ungedämmten Zwingerbereich verdeutlichte er, dass auch für dringend notwendige Energiemaßnahmen keinerlei Spielraum sei. Ungeachtet des anstehenden Wahlausgangs, wollen sich die Grünen im Kreistag für eine Neukonzeptionierung des Kreistierheims einsetzen: »Wenn das am Ende Abriss und Neubau heißt, muss das auch zügig angegangen werden. Wenn steigende laufende Kosten für Energie und Baumängel so offensichtlich wie hier einer Neuinvestition mit deutlich niedrigeren Betriebskosten gegenüberstehen, ist jeder Tag des Wartens verschenktes Geld unserer Steuerzahler«, meint Kreissprecher Thomas Zebunke.

Einig ist sich die Gruppe über die Dringlichkeit des Handelns in der aktuellen kritischen Corona-Situation: »Es gibt momentan einen richtigen Run auf süße Hundebabys, auch das Fernsehen wirbt dafür in vielen Sendungen. Das kann für die Tierheime im nächsten Sommer zu einem bösen Erwachen führen, wenn sich zeigt, dass erwachsene Hunde hohe Ansprüche haben und nicht mit in Urlaub fliegen wollen« fürchtet Färber.

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