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Die Initiative der Stadt Ortenberg in Sachen E-Mobilität wird bei der Dorf-Akademie vorgestellt.

Dorf-Akademie gut angelaufen

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Wetteraukreis (pm). Vor einem knappen halben Jahr ist die Dorf-Akademie eröffnet worden - und der Pandemie zum Trotz gut angelaufen. Zwar hat Corona auch Projektmanager Marius Wetz und seine Kollegen von der Wirtschaftsförderung Wetterau vor Herausforderungen gestellt. Doch die damit verbundenen Anpassungen haben zu neuen methodischen und inhaltlichen Ansätzen geführt, die das Projekt weiter voranbringen sollen.

Ende September hatte Landrat Jan Weckler die Dorf-Akademie eröffnet. Deren Ziel ist es, Ehrenamtliche für die Aufgaben der Dorfentwicklung zu qualifizieren. »Anfangs waren noch Präsenzveranstaltungen möglich«, sagt Wetz. »Danach mussten wir die Angebote ins Netz verlegen.« Vor diesem Hintergrund sei er mit den insgesamt über 80 Teilnehmern sehr zufrieden.

Eine Veranstaltung hebt Wetz hervor: »Robotik für Kinder«, angeboten von Rinku Sharma, dem Geschäftsführer von »techeroes«. Der Stadt Ortenberg gefiel die Idee so gut, dass sie die vier Workshops in die Ferienspiele einband. »Das ist ein gutes Beispiel dafür, was die Dorf-Akademie leisten kann«, sagt Bernd-Uwe Domes, zusammen mit Klaus Karger der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. »Sie gibt einen Impuls, den die Akteure vor Ort, in diesem Fall die Kommune, aufnimmt.« Eine wichtige Rolle, um die Dorf-Akademie mit Leben zu füllen, spielen aber auch Ortsbeiräte und Vereinsvorstände, ebenso die vielen (Hilfs-)Initiativen.

In der Pandemie sollen Online-Angebote künftig stärker berücksichtigt werden. Wetz: »Manche Seminare ließen sich gut ins Netz übertragen, obwohl sie als Präsenzveranstaltung konzipiert waren.« Es gebe aber auch Angebote, bei denen der persönliche Dialog wichtig sei, etwa die Planung der Sanierung von Altbauten. Präsenztermine würden frühestens fürs Frühjahr geplant.

Erfahrungen teilen

Nicht nur organisatorisch, auch thematisch soll die Dorf-Akademie weiterentwickelt werden. So ist etwa ein Projekt mit Architekt Gustav Jung geplant: »Land-Office - Arbeiten, wo ich daheim bin.« Das Konzept soll am Dienstag, 18 Uhr, als Zoom-Veranstaltung vorgestellt werden. »Land-Office will Räume schaffen, die gute Arbeitsmöglichkeiten in der Nähe der Wohnung bieten«, erklärt Jung. So könne zudem die Dorfstruktur erhalten werden, weil Leerstände genutzt würden. Ein entsprechendes Modellprojekt plant die Dorf-Akademie bereits. In Ortenberg gibt es eine passende Immobilie - und einen Eigentümer, der die Idee mitträgt. »Man hört überall von Co-Working-Spaces, aber oft scheitert es an den Rahmenbedingungen«, sagt Domes. »Die Immobilie in Ortenberg indes ist wie geschaffen dafür, dass Menschen dort zusammenkommen und gemeinsam an Ideen arbeiten können.« Die Büros sollen nicht dauerhaft vermietet, sondern temporär genutzt werden: sei es von Gründern, die eine Woche an ihrem Konzept arbeiten wollen, von Teilnehmern eines Tagesseminars oder von Menschen, die für ein Jahr dem Stadtleben entfliehen wollen.

Das Konzept soll nicht auf Ortenberg beschränkt bleiben: Über einen Zeitraum von drei Jahren will die Dorf-Akademie dort Erfahrungen sammeln und diese dann auf andere Kommunen übertragen.

Dieser nachhaltige Ansatz stellt ein weiteres Großprojekt innerhalb der Dorf-Akademie dar: die Dorf-Werkstatt. Das Konzept: Man stellt Projekte vor, die bereits in Dörfern der Region stattgefunden haben, und informiert andere Interessierte unter anderem über die Fördermöglichkeiten. Beim Thema Dorfmobilität könnte etwa die Initiative von Ortenberg vorgestellt werden. »Wir verstehen die Dorf-Werkstatt als Leitplattform, die einen Impuls gibt und einen Austausch ermöglicht«, sagt Domes. »Denn eine Frage ist ja für alle in der Region wichtig: Wie bleiben unsere Dörfer attraktiv und lebenswert?«

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