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Direktvermarkter organisieren Markt der Region

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Friedberg (jw). Die Planungen stehen, die Verträge sind unterschriftsreif: Auch in diesem Jahr wird es im Rahmen des Friedberger Herbstmarktes (17. bis 21. September) den traditionsreichen Markt der Region geben. Vor dem Kreishaus werden am Herbstmarkt-Samstag und -Sonntag Direktvermarkter aus der Wetterau und dem Partnerkreis Unstrut-Hainich Produkte aus eigenem Anbau anbieten.

Anfang des Jahres stand die Veranstaltung auf der Kippe. Der Wetteraukreis zog sich aus der Organisation zurück, doch die Direktvermarkter sprangen ein und sorgen dafür, dass beim Herbstmarkt wieder der rauchige Duft von geräuchertem Schinken, der mild-würzige Geruch heimischen Honigs und das kräftige Aroma frisch gebackenen Bauernbrots über den Europaplatz wehen. Der Kreis unterstützt die Bauern und Händler finanziell und stellt den Platz zur Verfügung.

Der Wetteraukreis präsentiert sich auf der Landesgartenschau im Goldsteinpark mit einem eigenen Pavillon, dem »Marktplatz Wetterau«. Das bindet Arbeitskraft, die Mitarbeiter des Amtes für Kreisentwicklung haben mit der Organisation von Veranstaltungen jede Menge zu tun. Das Amt zog frühzeitig die Reißleine, die zusätzliche Arbeit sei einfach nicht zu leisten, hieß es im Mai. Zugleich hatte Norbert Schön, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Wetterauer Direktvermarkter, die Bereitschaft bekundet, als Veranstalter einzuspringen. »Auf den Bericht hin haben viele Direktvermarkter und Kunden bei mir angerufen. Alle fanden es gut, dass wir den Markt der Region nicht ausfallen lassen und haben uns aufgefordert, die Sache selbst in die Hand zu nehmen«, erzählt Schön.

»Wir verstehen die Gründe des Wetteraukreises. Aber der Markt hat eine lange Tradition und darf nicht sterben.«

Ein wenig wird er aber sein Gesicht verändern. Das Rahmenprogramm wird kleiner ausfallen. In den Vorjahren gab es im Kreishaus Ausstellungen und einen Tag der offenen Tür sowie verschiedene Auftritte von Musikgruppen sowie Talk- und Kochshows auf der Bühne. Das gibt es diesmal nicht mehr, bis auf die Auftritte zweier Bands. Am Marktsamstag wird Walking the dog die Besuchern mit kernigem Rock’n’Roll unterhalten, und am Sonntag ab 14 Uhr spielt die Band Black hearts on fire um den Pianisten Robby Hildmann die Songs der Fünfzigerjahre. Außerdem sind die Direktvermarkter mit der Bigband einer Schule im Gespräch. Schön: »Wir wollen zurück zum Ursprung der Veranstaltung. Da war es eine Art Familienfest der Wetterauer Direktvermarkter, ohne viel Drumherum.« Rund 20 Stände wird es auf dem Europaplatz geben, die meisten sind aus den Vorjahren bekannt, einige kommen hinzu.

Markt soll als Selbstläufer funktionieren

Die ursprüngliche Absage des Marktes durch den Wetteraukreis war kürzlich auch Thema im Ausschuss für Kreisentwicklung. Dessen Vorsitzender Alfons Götz (CDU), Bürgermeister in Wöllstadt, hat Verständnis für die Kreisbediensteten. »Durch die permanente Präsenz auf dem Marktplatz Wetterau im Rahmen der Landesgartenschau in Bad Nauheim können die Mitarbeiter dies nicht auch noch organisieren.« Götz findet es gut, dass die Direktvermarkter dies nun in eigene Hände nehmen. »Der Markt hat sich als Schaufenster der Direktvermarkter etabliert, ich hoffe, dass er als Selbstläufer weiterbesteht.« Der Wetteraukreis will sich mit 1000 Euro beteiligen, stellt sanitäre Einrichtungen zur Verfügung. Außerdem wurden zwei Unternehmen zwecks Sponsoring angefragt. Für Götz eröffnet sich zudem eine Chance: Die Verkehrsverhältnisse auf der Friedberger Kaiserstraße seien nach der Sanierung der Fahrbahn besser als zuvor. »Wir hoffen, dass jetzt noch mehr Besucher kommen. Und es besteht die Möglichkeit, den Markt irgendwann zu vergrößern und auf die Kaiserstraße auszuweiten.«

Direktvermarkter, die keine Benachrichtigung vom Vorstand der Erzeugergemeinschaft erhalten haben und noch mit dabei sein wollen, können sich unter der E-Mail-Adresse norbert.schoen@web.de melden. »Wir freuen uns auch über Kritik und Anregungen«, sagt Schön.

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