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Bei Einsätzen wie etwa Autounfällen, hier eine Übung, soll künftig vermehrt digitale Technik zum Wohle der Verletzten eingesetzt werden.

Digitale Hilfe am Unfallort

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Friedberg/Gießen (pm). Der Fachbereich Gesundheit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und die Asklepios-Schwalm-Eder-Kliniken in Schwalmstadt arbeiten im Projekt »Emergency Talk Networks« daran, die Infrastrukturen im Rettungsdienst durch gemeinsame wissenschaftliche Projekte weiterzuentwickeln. Zu den vielen Neuerungen gehört die Digitalisierung in der Notfallmedizin, die Teilnehmer eines 80-stündigen Notarztkurses der Rettungsmedizin Nordhessen erstmals auch in realitätsnahen Situationen testen durften.

Ausrichter des Kurses waren der Schwalmstädter Intensivmediziner Dr. Andreas Hettel und Patrick Müller-Nolte.

Durch die Zusammenarbeit ist es möglich, deutlich über das Curriculum der Landesärztekammer für die Notarztausbildung hinauszugehen und die Nutzung zukunftsweisender Technologien, etwa telemedizinischer Lösungen vom Einsatzort aus, anhand von realistischen Szenarien zu lehren.

Da auch die Notfallmedizin digital fortschreitet, wurde nicht nur innovative Medizintechnik besprochen, sondern es wurden auch IT-Lösungen wie Apps, webbasierte Software oder die Möglichkeiten des Live-Datentransfers behandelt. Zum besseren Verständnis wurden diese Lösungen in realistischen Szenarien angewandt und Verletztendarsteller digital unterstützt gerettet. Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz Schwalm-Eder und lokalen Feuerwehren gab neben angehenden Notärzten auch Auszubildenden zum Notfallsanitäter und Feuerwehrpersonal die Chance, die moderne Technik auszuprobieren.

Die Szenarien reichten vom schwer verunglückten Bauarbeiter auf der Baustelle über den Herzinfarkt im Lkw-Führerhaus bis hin zum komplizierten Verkehrsunfall mit mehreren Schwerverletzten und eingeklemmten Menschen. Auch Studierende und Promovierende der THM erhielten einen Einblick in die notfallmedizinische Ausbildung und Patientenversorgung, um damit nicht nur praktische Erfahrungswerte zu sammeln, sondern auch zu sehen, wie unmittelbar Forschungsergebnisse auf den notfallmedizinischen Alltag wirken können.

Die Digitalisierung helfe sowohl in der Versorgung von Patienten, als auch in der Organisation des Einsatzes und bei der Kommunikation mit der Leitstelle und aufnehmenden Krankenhäusern, heißt es in einer Pressemitteilung der THM. Es gehe um die Verbesserung der Patientenversorgung, aber derzeit auch noch um das Ausloten von technischen wie menschlichen Grenzen, um langfristig eine verbesserte Versorgung der Bevölkerung zu ermöglichen.

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