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Künftig sind auf den Friedberger Friedhöfen auch Baumbestattungen möglich. Die Stadtverordneten haben die neuen Gebühren festgelegt. ARCHIVFOTO: NICI MERZ

Neue Gebührensatzung

Die Friedhofsgebühren in Friedberg steigen

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
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Lange wurde über neue Bestattungsformen auf den Friedberger Friedhöfen diskutiert. Nun hat das Stadtparlament auch eine neue Gebührensatzung beschlossen. Fazit: Die Gebühren steigen.

Auch Friedhöfe müssen sich auf dem Markt behaupten. Baumbestattungen und Waldfriedhöfe finden immer mehr Anhänger, während auf kommunalen Friedhöfen immer mehr Plätze frei bleiben. Außerdem im Trend: Die Urne verdrängt den Sarg, und der Pflegeaufwand fürs Grab sollte möglichst gering sein.

Um diesem Trend entgegenzutreten, haben die Stadtverordneten im vergangenen Jahr neue Bestattungsformen beschlossen. Nun werden auf allen städtischen Friedhöfen 13 verschiedene Grabarten angeboten: vom Reihengrab über ein Grabfeld für anonyme Erdbestattung bis zu Urnenwänden, Urnengemeinschaftsgrabanlagen und Baumgrabstätten.

Im Ossenheimer Wäldchen soll noch in diesem Jahr ein privat geführter Waldfriedhof entstehen. Eine Alternative ist eine Baumgrabstätte auf dem einen der acht städtischen Friedhöfe. Die Urnen werden im Kronenbereich eines Baums beigesetzt, die Nutzungsdauer beträgt 20 Jahre als Urneneinzelgrab und 35 als Urnenwahlgrabstätte (letzteres wird nur auf dem Hauptfriedhof angeboten). Die Urnen müssen biologisch abbaubar sein, die Pflege der Grabstätten übernimmt die Friedhofsverwaltung. Sollte der Baum beschädigt oder zerstört werden, ist die Stadt verpflichtet, einen Ersatz zu pflanzen. Die Baumgrabstätten werden mit einer anthrazit-farbenen Platte in der Größe 40 mal 40 Zentimeter dauerhaft verschlossen; auf der Platte können Inschriften eingemeißelt werden.

Grabkreuze, Namensschilder, Grabschmuck, Blumenschalen, Gestecke oder Anpflanzungen sind auf Baumgrabstätten nicht gestattet.

Die weiteren Bestattungsformen sind in der städtischen Satzung näher beschrieben (abrufbar über www.friedberg-hessen.de).

Bei der Berechnung der Gebühren sei es darum gegangen, die entstehenden Kosten umzulegen, hatte Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) während der Ausschussberatungen gesagt. »Die Gebühren müssen ausgeglichen sein.« Die Stadt habe das Kostendeckungsprinzip zu beachten. Die letzte Überarbeitung der Friedhofsgebührensatzung liegt acht Jahre zurück; künftig soll die Gebührenordnung alle drei Jahre evauliert und gegebenenfalls angepasst werden. Die neuen Satzungen, die von den Stadtverordneten einstimmig beschlossen wurde, treten ab 1. Mai in Kraft.

Gebühren sind leicht gestiegen

Ein paar Beispiele: Die Nutzung der Friedhofskapelle steigt von 160 auf 165 Euro. In Bad Nauheim fallen hier 230 Euro an, in Gießen 199 Euro, in Bad Vilbel 157 Euro. Die Bestattung eines Erwachsenen kostet in Friedberg statt 950 nun 1720 Euro; hier sind allerdings die Gebühr für die Trauerhalle sowie vier Träger bei Erdbestattungen bzw. ein Träger bei Urnenbestattung eingerechnet. Die Vergleichzahlen von Nachbarkommunen liegen hier niedriger (Bad Nauheim: 1553 Euro, Gießen 938 Euro). Der Erwerb eines Wahlgrabes für zwei Grabstellen (Dauer: 35 Jahre) einschließlich Gebühren für die erste Bestattung mit Benutzung der Friedhofskapelle und vier Trägern kostet statt bisher 4310 nun 4885 Euro, ein Plus von 575 Euro. In Bad Nauheim schlägt das gleiche Paket mit 6070,50 Euro zu Buche.

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