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Mehr Brummis: Die Zahl der Nutzfahrzeuge steigt.

Dicke Brummis statt Lastenfahrräder

  • VonRedaktion
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Wetteraukreis (sdz). Onlinebestellungen fallen (noch) nicht vom Himmel, Supermärkte füllen sich nicht von alleine: Ohne Nutzfahrzeuge müsste die Bevölkerung darben. Lastenräder sind noch die Ausnahme: Die Folge? Ein Rekord. 3,41 Millionen Nutzfahrzeuge hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gezählt. Im Wetteraukreis gehören 11 771 Fahrzeuge aller Gewichtsklassen zu dieser Versorgungsflotte - 471 mehr als im Vorjahr.

Wer weniger Autos in der Stadt will, muss die Logistikkette umbauen. Vor allem in Städten würde ohne Lieferkette nicht nur die Versorgungslage bei Klopapier heikel. Geschäfte können nur verkaufen, was sie vorher geliefert bekommen haben.

»Logistik« ist das Zauberwort. Seit Corona wissen wir: Es nutzt nichts, wenn irgendwo Klopapier produziert wird, es muss auch zum Kunden geliefert werden.

Die Langstreckenversorgung hängt also immer noch am Laster: Von dieser Logistikflotte haben laut Analyse 839 Lkw über 12 Tonnen ihren Hafen im Wetteraukreis. Zahlenmäßig sind schwere Lkw ein Klacks im Vergleich zu dem, was unter 12 Tonnen und speziell unter 3,5 Tonnen in der Wetterau unterwegs oder stationiert ist: Schwere Lkw machen gerade mal 7,1 Prozent des hiesigen Nutzfahrzeugbestandes aus.

Milliarden Kilometer allein im Nahbereich

Die 10 929 Nutzfahrzeuge der kleinen Klassen bis 12 Tonnen (Nahversorgung, Handwerker) sind eine andere Nummer. Im Wetteraukreis machen in dieser Gruppe die 9897 Nutzfahrzeuge von unter 2,8 bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht rund 84,1 Prozent des Nutzfahrzeugbestandes aus. Die Fahrzeugmodelle über 3,5 Tonnen und bis 12 Tonnen stellen mit 1032 Fahrzeugen 8,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Fahrzeuge in der Klasse bis 3,5 to um 493 oder 5,2 Prozent.

Bei den Fahrzeugtypen zwischen 3,5 Tonnen und 12 Tonnen sank die Zahl um 29 oder 2,7 Prozent. Eine Zahl zeigt, wie dünn der Ast ist, auf dem wir sitzen: Bundesweit sind es um die 33,5 Milliarden Tonnenkilometer, die allein im Nahbereich von bis zu 50 Kilometer anfallen. Würde wir morgen die Nutzfahrzeuge stilllegen, würde übermorgen die Versorgung zusammenbrechen. Und der eine Tag? An dem würden alle ihre Kofferräume vollladen, sobald sich die Warenknappheit herumspricht. Da war doch was? Genau, Klopapierhamsterer, die vermutlich ihre Vorräte inzwischen aufgebraucht haben. Das hat deutlich gemacht, wie fragil die Versorgung ist.

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