Marie-Claire Schüller ist die hessenweit beste Auszubildende im noch eher unbekannten Beruf der Packmitteltechnologin. IHK-Präsident Rainer Schwarz (l.) und Kai Schelberg, Vize-Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung, zeichnen die 23-Jährige aus. FOTO: CON
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Marie-Claire Schüller ist die hessenweit beste Auszubildende im noch eher unbekannten Beruf der Packmitteltechnologin. IHK-Präsident Rainer Schwarz (l.) und Kai Schelberg, Vize-Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung, zeichnen die 23-Jährige aus. FOTO: CON

Deutlich weniger Auszubildende

  • vonConstantin Hoppe
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Wetteraukreis(con). "Eine Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen." Dieses Zitat von Max Frisch beschreibt die Zustände im Jahr 2020 bei der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg (IHK) wohl besser als jedes andere. Zumindest hatte es IHK-Präsident Gießen-Friedberg Rainer Schwarz ausgewählt, als er am Dienstag über die aktuelle Ausbildungssituation im Kammerbereich informierte. Dabei stellte er auch die drei landesbesten Ausbildungsabsolventen aus dem IHK-Bezirk dieses Jahres vor.

Bis zu 77 Prozent weniger Verträge

Selbstverständlich stand auch beim Bezirk der IHK Gießen-Friedberg das Jahr 2020 ganz im Zeichen der Pandemie: Bis zum Stichtag am 30. September konnten 2000 Ausbildungsverträge verzeichnet werden - 16,4 Prozent weniger als im Vorjahr. "Wir wissen alle, dieses Ergebnis ist der Corona-Pandemie geschuldet, die nicht nur für den Arbeits-, sondern auch für den Ausbildungsmarkt eine gewaltige Herausforderung darstellt", berichtete Schwarz.

Auch auf die Wahl der Ausbildung hatte Corona deutliche Auswirkungen: Gerade in den besonders betroffenen Branchen sind große Rückgänge zu verzeichnen. So ist bei der Fachkraft für Veranstaltungstechnik ein Rückgang von 50 Prozent bei den Ausbildungsverträgen zu nennen, bei der Ausbildung zum Fachmann/-frau für Systemgastronomie ein Minus um 77 Prozent, und ebenso lautet das Fazit bei den Tourismuskauffrauen/-männern. Die Ausbildungszahlen zum Beruf der Kauffrau/des Kaufmanns blieben dagegen nahezu auf Vorjahresniveau. Und es gibt auch noch andere gute Nachrichten: "92 Prozent der Betriebe in unserem IHK-Bezirk wollen an ihren Ausbildungsplänen festhalten, und 68 Prozent der Auszubildenden waren auch während der Kontaktverbote in ihrem Betrieb oder der Baustelle tätig - nur 2,4 Prozent der Auszubildenden wurden freigestellt", sagte Schwarz.

Besonders freute sich der IHK-Präsident über die Anwesenheit der drei landesbesten Auszubildenden in diesem Jahr: Marie-Claire Schüller, Alexander Saizew und Mohammed Abdella schlossen ihre Ausbildung mit Spitzenleistungen ab und wurden dafür ausgezeichnet. "Sie sind ein Vorbild für alle jungen Menschen, die in eine duale Ausbildung starten", lobte Schwarz.

Marie-Claire Schüller aus Grebenhain wählte für ihre Ausbildung den noch eher unbekannten Beruf der Packmitteltechnologin. Nach dem Abitur 2016 kam sie eher zufällig auf ihren Beruf - denn nach dem Schulabschluss wollte sie erst einmal nur ein Jahr arbeiten: "Über eine Leihfirma bin ich dann zu der STI Group in Grebenhain und dort zu einer Ausbildungsstelle gekommen", berichtete die 23-Jährige. "In diesem Betrieb hätte ich auch alt werden können." Doch das Werk musste schließen, weshalb sie sich auf die Suche nach einer anderen Anstellung machte und schließlich bei DS Smith in Fulda fündig wurde.

Der 19-jährige Alexander Saizew aus Daubringen kam über ein Schülerpraktikum zu seiner Ausbildungsstelle bei Bosch Thermotechnik in Lollar. Hier absolvierte er seine Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik (Fachrichtung Montagetechnik) und wurde dort auch übernommen.

Mohammed Abdella (22) kam erst vor fünf Jahren als Flüchtling aus Eritrea nach Deutschland. Hier lernte er die Sprache, machte den Realschulabschluss und fand eine Ausbildung zum Elektroanlagenmonteur bei ZAUG in Gießen. Auch er beendete seine Ausbildung mit Bravour: "Ich habe zum Glück viel Unterstützung erhalten", berichtete Abdella. Mittlerweile arbeitet er bei MCRT in Heuchelheim. "Er setzt ein starkes Signal für die gesellschaftliche Teilhabe von Geflüchteten", lobte Schwarz die Leistung.

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