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Deutlich weniger Ausbildungszeiten

  • VonJürgen W. Niehoff
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Wetteraukreis/Florstadt (jwn). Dass die Corona-Pandemie auch beim Feuerwehrnachwuchs ihre Spuren hinterlassen hat, wurde in den Berichten und Rückblicken bei der Mitgliederversammlung der Kreisjugendfeuerwehr Wetterau deutlich. Am vergangenen Samstag fand sie im Bürgerhaus in Nieder-Florstadt statt - unter coronabedingten Einschränkungen.

Deshalb konnten nicht alle eingeladen werden, wie beispielweise die Wehrführer und die Bewertungsrichter. Und so war der Saal mit rund 70 Personen nur halbvoll besetzt. »Doch weil Katastrophen keine Auszeit für Pandemien kennen, ist die Feuerwehr auch in diesen Zeiten so wichtig«, betonte Landrat Jan Weckler (CDU) in seinem Grußwort.

Und Katastrophen habe es in den vergangenen Monaten mehr als genug gegeben, wie die Hochwasser in Büdingen, an der Ahr und der Erft sowie die Waldbrände in Griechenland, wo ebenfalls deutsche Feuerwehrleute zum Einsatz kamen. Weil das mit einer Berufsfeuerwehr schon aus Kostengründen nicht zu leisten wäre, ist nach Ansicht Wecklers die Freiwillige Feuerwehr so wichtig. Deshalb sei es erfreulich, dass die hessische Jugendfeuerwehr mit gut 26 000 Mitgliedern - davon etwa ein Drittel Mädchen - einer der stärksten Jugendverbände in Hessen ist. Allein in der Wetterau gibt es in den 25 Kommunen mit ihren 143 Feuerwehren aktuell 118 Jugendwehren. Weil sie den Nachwuchs der Wehren bilden, gelte es, auf sie einen besonderen Augenmerk zu werfen.

Geringfügiger Mitgliederrückgang

Das unterstrich anschließend auch der bisherige und im späteren Verlauf der Versammlung als Kreisjugendfeuerwehrwart wiedergewählte Christian Zahn (Ortenberg). Zum 31. Dezember 2020 gehörten der Kreisjugendfeuerwehr 1365 Jugendliche an, 952 Jungen und 413 Mädchen. Gegenüber 2019 bedeutet dies einen Rückgang von (»glücklicherweise«, wie Zahn ausdrücklich betonte) nur 19 Mitgliedern. »Unsere Bedenken und Befürchtungen bezüglich der Pandemie haben sich glücklicherweise nicht erfüllt«, so der Kreisjugendfeuerwehrwart. Damit konnte auch die Anzahl der Jugendfeuerwehren in der Wetterau bis zum Jahresende bei 118 gehalten werden.

Trotz Pandemie konnten 2019 230 Neueintritte und 2020 90 Neueintritte in die Jugendfeuerwehr und 107 beziehungsweise 67 in die Kinderfeuerwehr, die weitere 862 Mitglieder zählt, verzeichnet werden. Doch vor allem in der Ausbildung und in der Jugendarbeit hat die Pandemie deutliche Spuren hinterlassen. So sanken die Ausbildungszeiten von 6300 Stunden im Jahr 2019 auf 1700 Stunden 2020 und bei der Jugendarbeit von 4000 (2019) auf 850 (2020). Die Zahlen verdeutlichen aber auch, wie Zahn betonte, dass der Wetterauer Feuerwehr die Jugendarbeit am Herzen liege.

Die Bedeutung der Jugendabteilung innerhalb der Feuerwehr unterstrich anschließend auch Kreisbrandinspektor Lars Henrich: »Nur über den Nachwuchs können wir die Einsatzbereitschaft unserer 3804 Einsatzabteilungen in der Wetterau sicherstellen.« Er fügte hinzu, dass es jetzt darauf ankomme, die Freizeitgewohnheiten der Jugendlichen, die sich während der Corona-Beschränkungen auf das Kinderzimmer und Computerspiele beschränkt hätten, nun wieder dahingehend zu ändern, dass sie wieder zu den Veranstaltungen der Feuerwehr zurückkehren müssten. »Denn Kameradschaft lebt nur durch Präsenz in der Gruppe«, unterstrich Henrich. Die Wahlen zum Kreisjugendfeuerwehrausschuss, dem Vorstand der Wetterauer Kreisjugendfeuerwehr, erfolgten anschließend alle in offener Abstimmung, da es keine Stichwahlen gab. Einige Wahlen mussten jedoch vertagt werden, weil sich keine Kandidaten fanden.

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