Bärbel Botteon Marktbereichsleiterin
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Bärbel Botteon Marktbereichsleiterin

"Deutlich mehr Kunden nutzen Mobile Banking"

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Wetteraukreis(pm). Die Commerzbank hat sich nach eigener Einschätzung in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich behauptet. "Obwohl die erste Jahreshälfte 2020 von der Corona-Pandemie und ihren negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft geprägt war, haben wir unseren Wachstumskurs in der Wetterau fortgesetzt. In den ersten sechs Monaten konnten wir netto rund 360 neue Kunden gewinnen. Das sind 15 Prozent mehr Neukunden als im Vorjahreszeitraum", sagt Bärbel Botteon, Marktbereichsleiterin der Commerzbank Friedberg. Die Bank betreut in ihren Filialen in Friedberg, Bad Nauheim, Bad Vilbel und Butzbach insgesamt rund 29 800 Privat- und Unternehmerkunden.

Einen Großteil der neuen Kunden habe die Commerzbank über digitale Kanäle gewonnen. "Das Kundenverhalten hat sich in der Corona-Krise stark verändert. Jeder dritte Kunde nutzt die digitalen Kanäle nun intensiver als vorher", wie Botteon berichtet. Das gelte insbesondere für das Mobile Banking: "Viele Kunden wissen jetzt, wie bequem sich alltägliche Bankgeschäfte mit dem Smartphone erledigen lassen." Deutschlandweit habe die Banking-App aktuell über 1,5 Millionen aktive Nutzer; das seien so viele wie nie zuvor. In der Wetterau sei die Zahl der Nutzer seit Jahresbeginn um elf Prozent gestiegen.

"Das Kundenverhalten bestätigt unsere ›Mobile First‹-Strategie", sagt Botteon. "Gleichzeitig haben wir gerade in der Krise gesehen, wie wichtig individuelle Beratung bei komplexen Finanzthemen ist." Vor allem Unternehmen hätten einen hohen Beratungs- und Kreditbedarf. Insgesamt habe die Commerzbank seit Mitte März bundesweit rund 21 000 Finanzierungsanfragen von Firmen- und Unternehmerkunden erhalten. Mehr als die Hälfte davon betrafen KfW-Programme. "Mit rund 460 Kreditanfragen waren unsere Berater in der Niederlassung Bad Homburg, zu der auch der Marktbereich Friedberg gehört, ebenfalls stark nachgefragt", sagt Stefan Nodewald, Niederlassungsleiter Firmenkunden.

Bundesweit habe die Bank ein Volumen von über zehn Milliarden Euro an Finanzierungen bereitgestellt, davon über 100 Millionen Euro in der Niederlassung. Darüber hinaus unterstütze die Commerzbank ihre Kunden mit Stundungen und Tilgungsaussetzungen.

Investiert wird auch in der Krise

Neue Investitionen hätten trotz Corona auch im ersten Halbjahr eine große Rolle gespielt. "Viele Kunden haben die niedrigen Zinsen genutzt, um über einen Ratenkredit beispielsweise kleinere Renovierungsarbeiten zu finanzieren oder Möbel zu kaufen", sagt Botteon. "In der Wetterau wurden Ratenkredite in Höhe von 5,1 Millionen Euro neu vergeben. Das sind zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Bei der Geldanlage hätten viele Anleger angesichts der zwischenzeitlich stark gefallenen Aktienkurse die persönliche Beratung gesucht. "Viele Kunden sind unserem Rat gefolgt und haben Panikverkäufe vermieden. Oft haben Kunden die niedrigeren Kurse genutzt, um Wertpapiere zu kaufen", unterstreicht Botteon.

Besonders beliebt seien Wertpapiersparpläne: Ihre Anzahl stieg in der Wetterau um rund 14 Prozent. "Mit dem regelmäßigen Kauf von Fonds oder börsengehandelten Indexfonds (ETFs) können Kunden ihr Vermögen trotz der Volatilität an den Aktienmärkten auf lange Sicht vermehren", rät die Privatkundenchefin. Gespart werden könne schon mit kleineren Summen im Monat.

Seit Mai seien wieder deutliche Erholungstendenzen zu sehen, auch wenn konjunkturell das Erreichen des Vorkrisenniveaus nicht vor Sommer 2022 zu erwarten sei. Mit Blick nach vorne sei mit einer schwankungsreicheren Bewegung am Markt zu rechnen - bei einer langfristig positiven Grundtendenz.

Der Privatanleger sollte in der aktuellen Situation weiter auf einen breit gestreuten Korb an Wertpapieren setzen, so lautet Botteons Tipp. "Aktien bleiben dabei essenziell und können durch Gold, Unternehmens- und einzelne Staatsanleihen sowie Investitionen in Immobilienfonds ergänzt werden."

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