Der Konflikt mit dem Wolf

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Friedberg (pm). Schüler und Schülerinnen des Burggymnasiums Friedberg haben kürzlich einen exklusiven Einblick in das Artenschutzrecht in Deutschland erhalten. Trotz der Pandemie ermöglichte Diplom-Juristin Rebecka Teichert den Schülern dank Videokonferenz eine umfangreiche Präsentation, in deren Mittelpunkt der Wolf stand. Anhand seines Beispiels erläuterte Teichert die wichtigsten Gesetze.

Durch einen Exkurs in die Gewaltenteilung und die Gesetzgebung zu Beginn des Vortrags konnten ihm die Schüler bis zum Schluss gut folgen.

Seit einiger Zeit siedeln sich vermehrt Wölfe in Deutschland an. Obwohl der Wolf in Deutschland unter Artenschutz steht, gibt es Konflikte im Umgang mit ihm. So seien manche Jäger und Schäfer für das Jagen des Wolfes. Naturschützer stünden dieser Ansicht entgegen.

Auch in der Politik werde das Thema kontrovers diskutiert, denn die Konfliktlage lautet: »Schutz des Wolfes oder Sicherheit der Menschen und ihrer Nutztiere«. Der Wolf wird jedoch durch viele verschiedene Gesetze geschützt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gelten die Raubtiere hierzulande als ausgerottet. Eine Wölfin namens »GW1166F« hat sich im Juli 2019 im Vogelsbergkreis angesiedelt. Durch den natürlichen Ausbreitungsprozess der Tiere wächst deren Zahl in Deutschland weiter.

Die Angst vor dem Wildtier dominiert

Damit nehme laut Teichert auch die Unsicherheit in der Bevölkerung zu. Tierhalter und Familien sind verunsichert und verängstigt seit dem Fund eines gerissenen Rehs unter einer Kinderschaukel. Zur »fehlerhaften Aufklärung« der Bevölkerung trügen aber auch die Medien bei: Während das eine Format gezielt Bilder von Wölfen mit gefletschten Zähnen und überspitzte Überschriften verwende, versuche ein anderes hingegen, mit Bildern von Wolfswelpen und freundlichen Überschriften den Menschen die Angst zu nehmen. Die Angst dominiere trotzdem weiterhin, deshalb wird die »letale Entnahme«, das Töten und Abschießen der Wölfe, immer mehr als Lösung des Problems gefordert. Um dieser Maßnahme entgegenzuwirken, wurde ein Wolfsmanagementplan für Hessen erstellt, der wichtige Grundsätze enthält. Ein Ziel ist es beispielsweise, ein konfliktfreies Zusammenleben von Menschen und Tieren zu ermöglichen. Zur Kontrolle der Population wird das Wolfsvorkommen überwacht.

Zum Abschluss ihres Vortrags beantwortete Teichert alle Fragen zur Thematik und zusätzlich zum Jurastudium. Die Zuhörenden konnten sich durch den 90-minütigen Vortrag ein eigenes Bild machen und sich somit eine Meinung zum Thema »Wolf in Deutschland« bilden.

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