Soul ist eine Frage der Haltung: Die Friedberg Soul-Band Cool Aid will mit einer EP und zwei Videos ihrer Songs durchstarten. Dafür haben sich die Bandmitglieder aufs Motorrad geschwungen und dort gedreht, wo die Karl-May-Filme entstanden sind.
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Soul ist eine Frage der Haltung: Die Friedberg Soul-Band Cool Aid will mit einer EP und zwei Videos ihrer Songs durchstarten. Dafür haben sich die Bandmitglieder aufs Motorrad geschwungen und dort gedreht, wo die Karl-May-Filme entstanden sind.

Ossenheimer Soulband

Friedberg: Der coole Soul aus dem Keller will ans Licht – Cool Aid veröffentlichen Video

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
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Der Keller ist die Keimzelle der populären Musik. Man denke nur an die Beatles aus Liverpool. Auch in Ossenheim gibt es einen Keller mit guten Schwingungen. Hier probt die Soul-Band Cool Aid.

Friedberg – Soul kommt direkt aus der Seele und zielt auch dorthin. Soul geht ins Herz und in die Beine, vereint die Dynamik des Rhythm’n’Blues mit dem spirituellen Tiefgang von Gospel. »Uns geht es um ein gutes Gefühl«, sagt Max Noske und verrät die »Log Line« von Cool Aid, also das, was die Band charakterisiert, in einem Satz gesagt: »Wenn die Sonne in deine Bude scheint und du den besten Trip deines Lebens hast und du dich liebend dem Groove ergibst, dann braucht das Universum Cool Aid.« Da steckt viel juveniler Überschwang drin, und den hört man den Songs der fünf jungen Musiker auch an: Das klingt cool, hip und funky.

Cool Aid, das sind Sänger und Keyboarder Max Noske, Gitarrist Jeremy Adam, Bassist Dawid Galicki, Drummer Malte Blumrich und Sängerin Aubrey Sabayle, alle aus Friedberg und Umgebung. Aubrey ist mit 19 die jüngste des Quintetts; die anderen sind 22 bis 24 Jahre alt - und haben dennoch schon viel Erfahrung als Bühnenmusiker gesammelt.

Mitglieder der Friedberger Soul-Band Cool Aid musizieren schon seit ihrer Schulzeit

Musiziert haben die Freunde schon in der Schulband der Karl-Weigand-Schule in Florstadt. 2014 gründeten sie die Band Shortless. Das Repertoire: »Reggae und Gelassenheit«, sagt Noske. »Wir haben auch viel Jazzrock à la Steely Dan gespielt.« Und das erfolgreich. Die Band hatte einen Fernsehauftritt im »KIKA«, gewann Contests, begeisterte ihre Fans. 2018 war Schluss. »Wir wollten das professionell angehen, waren aber unreif«, sagt Noske. »Es war ’ne schöne Zeit. Jetzt kommt ’was Neues.«

Noske und Gitarrist Jeremy Adam studieren an der »JazzSchool« der Frankfurter Musikwerkstatt. Irgendwann war Reggae out und der Soul trat an dessen Stelle. Noske, der sie Songs schreibt, charakterisiert ihre Musik als »Soul-Pop oder angesoulten Pop mit Vintage-Vibes.« Das zeigt eines der beiden Videos, welche die Band gedreht hat. Aufgenommen wurde es im Keller einer alten Apfelweinkelterei in Ossenheim. Hier, in den Gewölben unter seinem Elternhaus, hat sich Noske sein »Goodby Babylon-Studio« eingerichtet.

Video von Friedberger Soul-Band Cool Aid erscheint am 9. Oktober

Das Studio ist derzeit nicht nutzbar, ein Wasserschaden. Das Equipment wurde vorher in Sicherheit gebracht. Zwei Räume weiter und ein paar Treppenstufen tiefer liegt der Partyraum mit Bühne. »Der Ossenheimer Underground«, sagt Noske. Hier treffe sich die »Community« zu Jazz-Abenden und Feten. Das Video zur Single »Ride around« zeigt Tanzende im 70er-Look mit Fransenhosen und Afro-Perücken. »Das ist die Tanzcrew von Osman Conteh«, dem in Friedberg aufgewachsenen, international erfolgreichen Hip-Hop-Tänzer und Choreographen. Die Musik hat Disco-Elemente, ist funky. Nur eine Person im Raum trägt aktuelle Mode, das grenzt sie von den anderen ab, zu denen sie gerne gehören würde. »All the love she can get, is ride around«, singt Aubrey, die am Ende in die Community aufgenommen wird. Das Video erscheint am 9. Oktober. Danach folgt eine EP mit fünf Songs.

Ein weiteres Video zum Song »Soulrider« ist bereits abgedreht. Dazu fuhren Cdie Band, Kameramann und Regisseur Eric Dohmann sowie Freunde auf Motorrädern nach Kroatien. »Die Tour unseres Lebens«, schwärmt Noske. 14 Tage waren sie unterwegs, gefilmt wurde auch an den Plitvicer Seen, wo die Karl-May-Filme entstanden. Der »Soulrider« ist ein Seelenverwandter, den Sängerin Aubrey unter den Motorradfahrern findet. Zu sehen sind Szenen wie in »Easy Rider«. Da Dawid Galicki kein Motorrad fährt, wurde er von Julius Wieprecht gedoubelt. Die letzte Szene musste aus Zeitgründen in Friedberg gedreht werden, eine Bar-Szene. »Nou-Nou hat sich gefreut, als wir fragten ob wir im ›Pastis‹ drehen dürfen.«

Cool Aid brennt darauf, wieder auftzureten. In der Pandemie haben sie monatelang in den alten Gewölben der Kelterei geprobt. Noske will hier ein »Medienzentrum in Cool« einzurichten. Ein Treffpunkt für kreative Menschen, die sich gegenseitig befruchten und eine gute Zeit miteinander verbringen. Für die Band wünscht er sich Unterstützung. »Wir suchen ein Management. Einen Profi, der das Ding mit uns durchzieht. Wir sind Musiker, aber keine Manager.« Noske ist guter Dinge, dass das klappt. Die Videos von Cool Aid sollen auf allen gängigen Internetplattformen eingestellt werden.

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