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Gerhard Radgen entführt Anfänger in die Welt der Computer und des Internets.

Ev. Familienbildung

Der »Computer-Erklärer«: Gerhard Radgen schult Einsteiger ohne PC-Kenntnisse

  • vonCorinna Weigelt
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»Warum geht das nicht so, wie ich will?« Eine Frage, die Gerhard Radgen oft hört. Als »Computer-Erklärer« leitet er Kursangebote für Einsteiger.

Der studierte Gemeindepädagoge und Computerfreak hat für die Evangelische Familienbildung ein Programm entwickelt, das Menschen ohne Vorkenntnisse Schritt für Schritt mit der Bedienung von Computern und Smartphones vertraut macht.

Gerade in Pandemie Zeiten, in denen alle direkten Kontakte reduziert werden sollen, ist es schwierig, sich mit Freunden, Bekannten und der Familie zu treffen und auszutauschen. Auch deshalb gibt es in der Ev. Familienbildung jetzt ein Kursangebot für erwachsene Computereinsteiger. »Wer zum ersten Mal vor einem Computer oder Smartphone sitzt, hat oft eine unbestimmte Angst, etwas falsch zu machen oder das Ganze nicht zu verstehen. Dabei ist die Nutzung der Geräte recht einfach, wenn man es erst einmal verstanden hat«, sagt Kursleiter Gerhard Radgen.

In dem neuen Kursangebot per Zoom-Videokonferenz geht es nicht um die komplizierte Programmierung der Geräte, sondern nur um die reine Benutzung. »Hat man sich erst einmal an die Nutzung gewöhnt, möchte man sie nicht mehr missen«, sagt Radgen, der alles in Ruhe und ganz nach Tempo der Teilnehmer erklärt.

Das Interesse der Altersgruppe 55 plus sei groß. Oftmals würden sich die Menschen aber nicht trauen zu sagen, dass sie Unterstützung benötigen. »Sie haben wohl Angst, dass sie es als Einzige nicht verstehen«, vermutet Radgen. Auch während der Kurse seien oftmals Unsicherheiten spürbar. »Ich versuche dann zu beruhigen.« In der Regel seien doch alle Anfänger.

Vom Einschalten bis zum Virenscan

Da in einem Kurs maximal vier Teilnehmer sind, könne er recht individuell auf Fragen und Probleme eingehen, sagt Radgen. Auch bietet der EDV-Experte bei Bedarf auch Vorgespräche an, hilft wenn nötig, die entsprechende Software zu installieren.

Die Inhalte des Kurses sind sehr umfangreich. Sie reichen von der grundsätzlichen Bedienung des PCs vom Einschalten bis zur Startoberfläche, über notwendige Programme und Apps bis zur Beantwortung von Fragen wie »Muss ich alle Programme kaufen?« Themenfelder wie Bildbearbeitung, Videos, soziale Medien - auch in Verbindung mit dem Smartphone - oder Datensicherung und Virenschutz zählen zu den Inhalten. Ebenso wird das Thema »Möglichkeiten und Gefahren im Internet« bearbeitet.

Durch die Pandemie habe sich vieles verändert, berichtet Radgen. So wurde aus dem bestehenden Seniorencafé in den Räumlichkeiten des Familienzentrums Friedberg bereits das digitale Seniorencafé. »Mit Corona waren reale Treffen nicht mehr möglich. Daher versuchten wir ein digitales Angebot zu schaffen, um die Kommunikation weiter zu ermöglichen. Außerdem sollte es eine Möglichkeit geben, Fragen in gemütlicher ›Online-Atmosphäre‹ zu klären.«

Viele Senioren seien am Smartphone interessiert, wüssten aber nicht genau, wie es funktioniert. Eine der Hauptschwierigkeiten sei die Bedienung des Touchscreens. Radgen will den Senioren hier Mut machen. Um Kontakte zu Freunden oder den Enkeln zu nutzen, seien Messengerprogramme von Vorteil. »Ich versuche alles mit Beispielen aus der normalen Lebenswelt der Senioren zu beschreiben.« Eine ältere Dame habe ihm erzählt, sie habe sie noch nie zuvor so viel von ihrer Enkelin mitbekommen. Die lebe in Australien und habe regelmäßig Fotos und Nachrichten an die Oma geschickt.

Eine weitere Barriere sei auch die Sprache. »Es findet sehr viel in Englisch statt, was manchmal auch ein Problem ist.« Senioren müssten zum Teil neue Wörter lernen.

Sehr vermisst würden derzeit die Präsenzangebote. »Sobald es wieder erlaubt ist, geht es mit Präsenzkursen weiter.« Sofern möglich, soll dann am 7. Juni auch ein Smartphonekurs starten. In den Kursen sei schließlich nicht nur der technische Aspekt wichtig, sondern auch der menschliche. Gerhard Radgen: »Neben der Wissensvermittlung ist mir wichtig, dass die Teilnehmenden auch Spaß am Kurs haben und anschließend sagen: »Toll war’s, wann ist der nächste Kurs?«

Täglich wechselnde Online-Angebote

Die von der Familienbildung angebotenen Kurstage sind unterschiedlich, aber in der Regel sind sie montags und dienstags die Smartphone-Kurse, mittwochs »Mental fit 55+«, donnerstags das Digitalcafé und freitags die Computerkurse. Die Smartphone-Kurse sind wegen Corona zurzeit auf Eis gelegt. Ein entsprechendes Online-Angebot sei abgelehnt worden, »da Teilnehmer lieber abwarten möchten, bis Präsenzunterricht wieder möglich gemacht werden können«, berichtet Gerhard Radgen. Die Anmeldung zu den verschiedenen Kursen läuft über das Büro der Evangelischen Familienbildung Wetterau. Möglich sind diese über die Homepage www.familienbildungwetterau.de oder zu den folgenden Anmeldezeiten: Montag, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 11 Uhr unter Telefon 0 60 31/16 27-8 00. Inhaltliche Fragen können auch gerne direkt mit Radgen geklärt werden (täglich von 9 bis 15 Uhr unter Tel. 0 15 14/6 11 87 36 (ggf. auf die Mailbox sprechen und Telefonnummer hinterlassen).

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