Lucia Puttrich bleibt die starke Frau der CDU. Blumen gibt es mit Corona-Abstand von Versammlungsleiter Armin Häuser.
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Lucia Puttrich bleibt die starke Frau der CDU. Blumen gibt es mit Corona-Abstand von Versammlungsleiter Armin Häuser.

"Demonstrationsrecht schändlich missbraucht"

  • vonJürgen W. Niehoff
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Wetteraukreis(jwn). Lucia Puttrich hieß die bisherige und heißt auch die neue CDU-Vorsitzende im Wetteraukreis. Auch die restliche Spitze bleibt unverändert. Ein ganz normaler Kreisparteitag war es aber nicht.

Die Versammlung am Montagabend stand ganz im Rahmen der Corona-Pandemie. Kein Händeschütteln - weder zur Begrüßung noch zur späteren Gratulation -, keine Umarmung, stattdessen Mundschutz und das Achten auf den vorgeschriebenen Abstand.

Trotz aller Einschränkungen hatten von den 197 möglichen Delegierten 159 den Weg in die Friedberger Stadthalle gefunden. Dort waren alle bemüht, wegen der Corona-Auflagen den Parteitag so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen. Deshalb gab es bis auf den Friedberger Stadtverbandsvorsitzenden Bernd Wagner weder Grußworte noch eine Aussprache zu den einzelnen Kandidaten. Die konnten sich persönlich vorstellen und zeigten Videos, die von jedem in Eigenregie aufgenommen worden waren. Lediglich die Kreisvorsitzende Puttrich und der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Sebastian Wysocki, sowie Schatzmeister Christian Loh durften sprechen.

"Die CDU scheint im Augenblick alles richtig zu machen", sagte Puttrich. Das zeigten die Umfragen auf Landes- und Bundesebene eindeutig. Auch mit der Wetterauer CDU sei sie sehr zufrieden. Dazu beigetragen hätte wesentlich der Wechsel an der Spitze der Kreisverwaltung. "Mit unserem Landrat Jan Weckler ist uns ein echter Glücksgriff gelungen. Seither sind die Schulden des Kreises nahezu halbiert und die Weichen für Investitionen in die Bildungspolitik trotzdem auf Anstieg gestellt worden", sagte die 59-Jährige. Auch führe Weckler den Kreis unaufgeregt und mit ruhiger Hand durch die Corona-Krise. "Das schafft Vertrauen bei den Bürgern." Mit einem kurzen Seitenhieb auf den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz, der nicht einmal in seiner eigenen Partei das Vertrauen genieße, ging Puttrich auf die Ereignisse am Wochenende in Berlin ein. Es gebe zwar ein Recht auf freie Meinungsäußerung und damit auf Demonstrationen. Doch werde dieses Recht wie vor einiger Zeit bei den Pegida-Demonstrationen nun auch bei den Corona-Demos "schändlich missbraucht" von rechten Gruppierungen.

Bilder von Reichsflaggen auf den Stufen des Reichstages dürften sich nicht wiederholen, denn sie seien ein Angriff auf die Demokratie. Und für die Corona-Skeptiker hatte Puttrich einen Ratschlag: "Der Mund-Nasen-Schutz schützt nicht nur euch persönlich, sondern auch eure Mitmenschen. Deshalb ist etwas auf Kosten der anderen zu machen falsch verstandene Freiheit".

Auch Wysocki zeigte sich zufrieden mit der Arbeit auf Kreisebene. Er unterstrich noch einmal die hohen Investitionen allein für die Schulpolitik. Die seien mehr als verdoppelt worden und bildeten mittlerweile den größten Posten bei den Investitionen. Daneben habe die CDU-Fraktion aber noch andere Bereiche, wie das Klimaschutzziel, das Standortmarketingkonzept und den Sozialbereich in Angriff genommen. Besonders freue er sich aber, dass die Kommunen im Kreis nun mit 23 Millionen Euro jährlich entlastet würden. Nach dem Bericht des Schatzmeisters Loh, der zwar keine Zahlen nannte, aber immerhin durchblicken ließ, dass die CDU finanziell gut aufgestellt ist, hatten viele Delegierten eigentlich mit einem Grußwort des zuvor hochgelobten Landrats gerechnet, doch das blieb aus. FOTO: JWN

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