hed_Repp_230921_4c
+
Sprechen über den Fachkräftemangel und zu viel Bürokratie: Peter Heidt (r.) und Metallbauer Alexander Repp.

Dem Handwerk fehlt es an Nachwuchskräften

  • VonRedaktion
    schließen

Wetteraukreis (pm). Der FDP-Bundestagsabgeordnete Peter Heidt hat die Firma Metallbau Repp in Echzell besucht. Im Gespräch mit Geschäftsführer Alexander Repp informierte sich Heidt über das Familienunternehmen und tauschte sich mit Repp über die aktuelle Entwicklung im Handwerk, gerade seit Beginn der Corona-Pandemie, aus.

Das Familienunternehmen gibt es seit fast 50 Jahren. 1972 wurde Metallbau Repp von Alexander Repps Vater gegründet. Seit 1995 ist der Firmensitz in Echzell. Das Unternehmen bietet seine Expertise im Bereich Metall am Bau an: »Wir gestalten, planen und fertigen alles, was an Gebäuden aus Metall hergestellt wird«, erklärte Repp. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen 28 Mitarbeiter und entwickelt sich: »Wir sind ein wachsendes Familienunternehmen.«

Seit Beginn der Corona-Pandemie habe es im Handwerk einen regelrechten Boom gegeben, die Auftragslage sei gut, es gebe aber zu wenige Fachkräfte. Den sogenannten Fachkräftemangel spüre man auch im Echzeller Unternehmen, daher bilde man vor Ort aus, um sich den eigenen Nachwuchs zu sichern. Aktuell sind es sieben Auszubildende.

Heidt, der im Bundestag für die FDP im Bildungsausschuss sitzt, sagte, er freue sich, dass ein erfolgreiches mittelständisches Familienunternehmen wie Repp hier in der Wetterau jungen Menschen eine Ausbildung und damit gute Chancen biete: »Bildung ist die elementare Voraussetzung für individuelles Vorankommen und ein selbstbestimmtes Leben, auch die Chance zum sozialen Aufstieg hängt heute mehr denn je davon ab. Dazu gehört auch die berufliche Bildung.« Wie Heidt sagte, erfahre er überall aus dem Handwerk, dass zu wenige junge Menschen in der Ausbildung seien.

Repp, der als Innungsmitglied in der Metall-Innung Wetteraukreis gut vernetzt ist, bestätigt, dass in der Wetterau in vielen Bereichen Handwerker fehlen: »Fachkräfte werden nicht nur bei Malern, Lackierern und Schlossern gesucht.« Der Fachkräftemangel sei im ganzen Handwerk zu spüren und gerade im Metallbau sind sehr wenige Nachwuchskräfte in der Ausbildung. Die Qualität der beruflichen Bildung sei ebenso ein Thema in den Handwerksunternehmen. Zum Teil seien Auszubildende unzufrieden und berichteten davon, dass in der Berufsschule in einigen Bereichen veraltetes Wissen vermittelt werde. »Wir müssen die berufliche Bildung auf den aktuellen Stand des Wissens bringen«, sagte Heidt dazu.

Beim weiteren Austausch kam das Thema Bürokratie zur Sprache. Ob bei den Corona-Hilfen für Handwerksbetriebe, bei der Einstellung von Mitarbeitern aus dem Ausland, bei der Abwicklung öffentlicher Aufträge oder bei der Steuererklärung: »Kleinen Handwerkern werden immer mehr bürokratische Hürden aufgestellt« stellte Alexander Repp fest. »Wir müssen die Bürokratie in allen Bereichen zurückschrauben. Gerade die Belastung der Handwerksbetriebe ist enorm. Es kann nicht sein, dass ein Handwerker ähnlich viel Zeit mit dem Ausfüllen seitenlanger Formulare verbringt wie mit der eigentlichen Dienstleistung«, betont Heidt, der sich mit seiner FDP-Fraktion im Bundestag weiter für den Bürokratieabbau einsetzen will .

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare