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Das Team der Klinik für Geriatrie am Bürgerhospital Friedberg freut sich über das 20-jährige Bestehen.

Das Team ist da für alte Menschen

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Friedberg (pm). Vor 20 Jahren, im Oktober 2001, eröffnete am damals noch kreiseigenen Bürgerhospital Friedberg die Klinik für Geriatrie. Im April 2012 wurde sie als erst vierte Klinik in Hessen von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Klinisch-Geriatrischen Einrichtungen als geriatrische Abteilung anerkannt. Aus Sicht des Krankenhausträgers, seit 2005 ist dies der regionale Krankenhausverbund Gesundheitszentrum Wetterau (GZW), schreibt die Abteilung seit 20 Jahren eine Erfolgsgeschichte.

Dies allerdings auch, weil die Anteile bedürftiger alter Menschen und unter kognitiven Einschränkungen leidender Menschen an der Gesamtbevölkerung kontinuierlich steigen. Der heutige Welt-Alzheimertag bietet Anlass für einen Rückblick.

2018 wurden in Deutschland 1,53 Millionen Demenzkranke über 65 Jahren gezählt. Davon waren rund zwei Drittel weiblich. Frauen haben nicht nur aufgrund einer höheren Lebenserwartung eine größere Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, ein Zusammenhang mit den weiblichen Sexualhormonen, insbesondere den Östrogenen, wird vermutet. Und jedes Jahr erkranken deutschlandweit 330 000 Menschen neu an Demenz.

Die meisten sind über 70 Jahre alt

Die Klinik für Geriatrie bietet älteren Menschen eine spezialisierte Behandlung an. Das Besondere an dem Konzept: Neben der akutmedizinischen Versorgung setzt die Klinik zusätzlich auf Rehabilitation. Sie möchte helfen, den erkrankten älteren Menschen zu heilen, soweit möglich, und ihn ansonsten so zu stabilisieren, dass er ein seinem Zustand entsprechendes, selbstbestimmtes Leben führen kann.

Dafür arbeitet ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Psychologen, Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und spezialisierten Pflegekräften eng zusammen.

Die zunehmende Nachfrage belegt das Vertrauen, das der Klinik für Geriatrie entgegengebracht wird: Im Dezember 2005 wurde sie auf 40 Betten erweitert, im August 2016 auf fast 60 Betten. Seit dem Jahr 2018 gibt es eine geriatrische Versorgung am Kreiskrankenhaus Schotten. Ein Jahr später, 2019, wurde am Bürgerhospital Friedberg eine integrierte geriatrische Tagesklinik eröffnet.

Die meisten der Patienten sind über 70 Jahre alt. Viele leiden unter einer Vielzahl chronischer Erkrankungen, auch Multimorbidität genannt. Sie kommen wegen akuter Beschwerden, die ihre Selbstständigkeit bedrohen und die bei älteren Menschen oftmals langsamer ausheilen. Gerade die feinen Veränderungen im Verhalten des betroffenen Menschen sind es aber, die Laien oftmals verborgen bleiben. Oder sie werden falsch interpretiert, sodass eine notwendige Therapie erst spät eingeleitet wird. So unterschiedlich die einzelnen Umstände auch sein mögen, in jedem Fall stellen die Krankheiten älterer Menschen eben doch ganz besondere Anforderungen an die Medizin und die Pflege.

Corona-Pandemie als Einschnitt

Einen Einschnitt in der steten Aufwärtsentwicklung der Klinik für Geriatrie brachte die Corona-Pandemie. Den umfassenden Bestimmungen zum Hygieneschutz und zur Kontaktbeschränkung entsprechend, wurde die gerade erst eröffnete geriatrische Tagesklinik wieder geschlossen und der Besucherverkehr - wie im gesamten Krankenhaus auch - phasenweise gänzlich unterbunden. Betten der Geriatrie wurden für die Corona-Akutbehandlung abgezogen.

Inzwischen ist die multiprofessionelle Belegschaft der Klinik für Geriatrie verhalten optimistisch. »Corona war für uns und besonders für unsere Patientinnen und Patienten eine schlimme Zeit. Wir hoffen sehr, dass wir das Gröbste nun hinter uns haben«, fasste Chefarzt Dr. Jörn Kuntsche die Stimmung zusammen.

Dr. Dirk M. Fellermann, Geschäftsführer des GZW, würdigte das 20-jährige Bestehen der Klinik für Geriatrie: »Die Geriatrie am Bürgerhospital Friedberg genießt in der gesamten Region einen ausgezeichneten Ruf, weil Chefarzt Dr. Kuntsche und sein Team ausgezeichnete Arbeit leisten. Dafür danke ich allen Beteiligten sehr herzlich und wünsche für die Zukunft alles Gute!«

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