So sieht es an einigen Stellen im Wetteraukreis aus, wenn Biber ihre Dämme gebaut haben. Die Tiere breiten sich immer weiter in der Region aus. 	FOTO: PRW
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So sieht es an einigen Stellen im Wetteraukreis aus, wenn Biber ihre Dämme gebaut haben. Die Tiere breiten sich immer weiter in der Region aus. FOTO: PRW

Darum bauen Biber Dämme

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Wetteraukreis (prw). »Wenn Tierarten zurückkommen, die lange verschwunden waren, müssen sich die Menschen wieder an den Umgang damit gewöhnen«, stellt Naturschutzdezernent und Kreisbeigeordneter Matthias Walther fest. Grund dafür ist der Biber, der sich immer stärker auch im Wetteraukreis ausbreitet.

Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) nimmt dies zum Anlass, über die Lebensweise des Bibers zu informieren, denn manchmal gäbe es auch Konflikte zwischen Mensch und Tier. In diesem Zusammenhang warnt die Behörde eindringlich davor, eigenmächtig an Bauten des großen Nagetiers zu manipulieren oder gar den Bibern selbst zu Leibe zu rücken, denn: Der Biber sei eine nach deutschem und europäischem Recht streng geschützte Art.

Es gibt durchaus Konflikte

Grundsätzlich sei man froh über die Rückkehr des Bibers, denn seine landschaftsgestaltende Lebensweise habe positiven Einfluss auf die Natur. »Diese Tiere renaturieren unsere Bäche quasi zum Nulltarif«, heißt es seitens der UNB. Dennoch gäbe es mitunter Konflikte, beispielsweise Fraßschäden an Bäumen und Kulturpflanzen oder wenn landwirtschaftliche Flächen überstaut werden.

Für solche Fälle suche der zuständige Biber-Manager Matthias Fink von der Oberen Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Darmstadt nach Lösungen, die vor Ort mit der UNB des Wetteraukreises, den betroffenen Flächennutzern und ehrenamtlichen Biber-Revierbetreuern abgesprochen werden. Das Land trage gegebenenfalls anfallende Kosten, und in Einzelfällen könne bei erstmalig auftretenden Schäden auch eine Kostenübernahme erfolgen. Die Schäden müssten dann aber frühzeitig und sachkundig dokumentiert werden, beispielsweise Fraßschäden an Feldfrüchten durch Wildschadensschätzer, teilte der Kreis mit.

Gemeinsam mit der Unteren Wasserbehörde wirbt die UNB in diesem Zusammenhang für die Einrichtung von Uferrandstreifen. »Denn das Hessische Wassergesetz sieht im unbebauten Außenbereich einen Gewässerrandstreifen von zehn Metern Breite vor, in dem die Nutzung ohnehin eingeschränkt ist.

Dämme nicht abbauen

Die UNB bittet auch die Gemeinden und private Grundeigentümer um Unterstützung: In manchen Fällen ließen sich Konflikte zwischen Bibern und Landbewirtschaftern nur über Landtausch dauerhaft lösen. In Absprache mit dem Biber-Management könnten Kommunen Tauschland zur Verfügung stellen, oder Flächen sollten vorrangig an betroffene Landwirte verpachtet werden.

Weiterhin sei die Untere Naturschutzbehörde daran interessiert, geeignetes Tauschland zum Verkehrswert anzukaufen, insbesondere in Nidda, Ranstadt, Ortenberg und Kefenrod. »Biber bauen aus zwei Gründen Dämme«, erläutert Walther zur Lebensweise des Nagers. »Der Eingang zum Bau muss unter Wasser liegen. Um an Nahrung zu gelangen, wollen die Biber möglichst lange im sicheren Wasser bleiben und wenig über Land laufen.« Nur wenn der Wasserstand dafür zu gering sei, stauen die Biber das Wasser mit einem oder mehreren Dämmen an. Letzteres komme vor allem an kleinen Bächen und Gräben vor. Die Entnahme eines Dammes könne den Biberbau stören oder beschädigen und sei somit eine Handlung gegen das Bundesnaturschutzgesetz, heißt es in der Mitteilung des Wetteraukreises.

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