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Kita-Leiterin Iris Schäfer bereitet mit dem "Kita-Geier" eine Flug-Etappe vor. FOTO: PM

Dann kommt die Kita eben zu den Kindern

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Friedberg(pm). Wie kann eine Kita selbst während der coronabedingten Schließungszeit regelmäßigen Kontakt zu "ihren" Kindern und Familien pflegen und ihre pädagogische Arbeit fortsetzen? Dazu hatte die städtische Kita "Farbklecks" in Friedberg-Fauerbach eine zündende Idee.

"Dem Kita-Geier ist sooo langweilig, seit Tagen kommt keiner mehr, um mit ihm zu spielen oder ihm Essen zuzubereiten. So beschließt er herauszufinden, was los ist." So beginnt das kreative Projekt, das Kita-Leiterin Iris Schäfer mit ihrem Team entwickelt und in den vergangenen Wochen umgesetzt hat. Sie ist es, die dem "Kita-Geier" dann auch den Tipp gibt, sich doch einmal auf die Suche nach allen Erzieherinnen und Erziehern zu begeben, um sie zu interviewen.

Jede Woche kommen Päckchen

Der "Geier" macht sich also auf den Weg und findet weit verteilt in der Wetterau bis in den Raum Gießen alle "Vermissten". Bei allen Erzieherinnen und Erziehern erhält er Einblick, welch vielfältigen Aktivitäten sie rund um ihre Kita nachgehen und was sie alles unternehmen, um "ihre" Kinder während der langen Zeit der Schließung zu begleiten und nach der Wiederöffnung demnächst mit tollen Überraschungen zu begrüßen.

Auf seinem Rundflug begegnet der Geier auch zwei Erzieherinnen, die ihm berichten, wie sie zusammen mit den Kindern und weiteren Kolleginnen die Notbetreuung gestalten. Alle Erfahrungen auf seiner Rundreise schreibt der Geier den Kindern dann in Briefform als Fortsetzungsgeschichte auf, natürlich mit Fotografien der "Vermissten" bei ihrer jeweiligen Arbeit.

Um mit "ihren" Kindern und Familien in regelmäßigem Kontakt zu bleiben, den Eltern Ideen zu vermitteln, wie sie mit ihren Kindern zum Beispiel ganz praktisch "CoronaMaßnahmen" üben können, und nicht zuletzt, um den Kindern im Gedächtnis zu bleiben, stellen die Erzieherinnen und Erzieher der Kita "Farbklecks" wöchentlich Päckchen für die Kinder zusammen. Diese beinhalten zahlreiche Bastelideen, Bewegungsangebote für drinnen und draußen, Knobelaufgaben, Mengenlehre für die Schulanfängerkinder, Geschichten, Ausmalbilder, Ideen, wo man schön spazieren gehen kann, Rezepte zum Nachkochen, eine Anleitung für eine Steinschlange an der Kita, Experimente, die man zu Hause machen kann, und vieles mehr. Die Päckchen werden von den Erzieherinnen und Erziehern dann jeden Montag persönlich mit dem Fahrrad ausgefahren. So treffen sie die Kinder und Familien ihrer Einrichtung und bleiben im persönlichem Kontakt - natürlich immer mit dem geforderten Mindestabstand.

Kita-Dezernentin Marion Götz ist voll des Lobes für das besondere Projekt: "Ich danke sehr herzlich allen Kolleginnen und Kollegen der Kita ›Farbklecks‹ für ihre tolle Idee und darüber hinaus natürlich allen Teams in den Kitas unserer Stadt für ihr hohes Engagement bei der Bewältigung der aktuellen Situation. Sie alle tragen durch ihre hohe Flexibilität und besondere Einsatzbereitschaft dazu bei, unter nicht einfachen Rahmenbedingungen auch weiterhin die bestmögliche Betreuungsleistung für unsere Kinder und ihre Familien zu erbringen."

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