Das "Weihnachtsmarkt to go"-Team" freut sich über die erfolgreiche Aktion (v. l.): Erika Druschba, Kerstin Curdt, Dorothea Becker, Dunja Margraf, Lucia Gröninger mit Tochter Pia und Ursula Bohm.	FOTOS: LONI SCHUCHARDT
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Das »Weihnachtsmarkt to go«-Team« freut sich über die erfolgreiche Aktion (v. l.): Erika Druschba, Kerstin Curdt, Dorothea Becker, Dunja Margraf, Lucia Gröninger mit Tochter Pia und Ursula Bohm. FOTOS: LONI SCHUCHARDT

Dann kommt die Atmosphäre eben nach Hause

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg-Ockstadt (har). Sehr früh hatte die Katholische Jugend Wetterau/Ockstadt als Veranstalter den beliebten Weihnachtsmarkt am ersten Adventssonntag auf dem Jakobusplatz abgesagt. Der Gesangverein Frohsinn als einer der langjährigen Marktteilnehmer möchte aber den vielen Besuchern etwas Weihnachtsstimmung nach Hause bringen. »Weihnachtsmarkt to go« heißt die Aktion, für die im Oktober vereinsintern sowie öffentlich über die sozialen Netzwerke und die Wetterauer Zeitung geworben worden ist. Jeder, der fünf Euro gezahlt hat, erhält am nun kommenden Wochenende ein Päckchen, dessen Inhalt Weihnachtsmarkt-Atmosphäre schaffen soll.

Die Idee dazu hatte Erika Druschba. »Wir haben uns von der Aktion ›Kerb to go‹ in Florstadt inspirieren lassen«, erläutert sie. Dort wurden »Kerbpakete« als Ersatz für die ausgefallene Kerb verteilt. Zusammen mit Dunja Margraf zeichnete Druschba für die Ockstädter Aktion verantwortlich. Unterstützt wurde das Duo von Kerstin Curdt, Dorothea Becker, Lucia Gröninger, Daniela Klotz und Ursula Bohm. Die Resonanz kann sich sehen lassen: 240 Päckchen wurden bestellt. Die meisten Bestellungen kamen aus dem Kirschendorf selbst, aber auch nach Friedberg, Bad Nauheim und Florstadt werden Päckchen ausgeliefert. Einige Bestellungen kamen von weit her, wobei dahinter ehemalige Ockstädter stehen.

Coronakonform in drei Schichten

»Wir versenden von Hamburg über Köln bis ins tiefste Bayern«, sagt Dunja Margraf, die mehrere Listen ausgedruckt hat: eine für die Abholer, eine für die Auslieferungen und eine dritte für den Päckchenversand.

Eigentlich wollte die Gruppe am Samstagnachmittag im Gemeindesaal des früheren katholischen Pfarrhauses, der von der evangelischen Gemeinde genutzt wird, gemeinsam packen, doch das war wegen der Corona-Auflagen nicht möglich. So wurde ab 9 Uhr in drei jeweils dreistündigen Schichten gepackt, doch zum zuvor vereinbarten WZ-Besuch zum »Schichtwechsel« am Nachmittag traf sich das gesamte Team im Hof zum Gruppenfoto, natürlich mit genügend Abstand und für kurze Zeit ohne Maske. Während die anderen nach Hause gingen, übernahmen Daniela Klotz, die direkt von der Arbeit kam, sowie Lucia Gröninger und deren Tochter Pia die »Packtätigkeit«. Insgesamt acht Teile kommen in eine Tüte - und diese selbst ist schon was ganz Besonderes, denn Erika Druschba hat in den vergangenen Wochen aus Seiten der Wetterauer Zeitung die Geschenktüten samt Karton als Einlageboden gebastelt. »Meine Eltern sammeln die Zeitungen immer, um diese als Anzünder für den Kamin zu nutzen. Außerdem setzen wir mit den Tüten auf Nachhaltigkeit.«

Vereinsmitglieder bastelten auch die beiden Papierengel, die an jeder Tüte angebracht wurden und als Weihnachtsbaumanhänger genutzt werden können. Und was befindet sich in den Tüten? Frisch gebackene Weihnachtsplätzchen, etwas Gebasteltes, eine Weihnachtsgeschichte und eine acht Punkte umfassende Anleitung für die »lieben Weihnachtsmarktbesucher«.

»Um so richtig schön in Weihnachtsstimmung zu kommen, empfehlen wir, folgender Anleitung zu folgen«, heißt es zu Beginn der bebilderten Hinweise. Am Ende steht: »Wir wünschen Euch allen eine schöne und geruhsame Adventszeit, und wir hoffen, Euch im nächsten Jahr wieder am Frohsinn-Stand auf dem Weihnachtsmarkt begrüßen zu können.«

So schön und erfolgreich der Ockstädter »Weihnachtsmarkt to go« auch ist, alle Beteiligten hoffen dennoch, dass es sich um eine einmalige Aktion handelt.

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